Mittwoch, 13. März 2019

Kletterschuhe - das leidige Thema

***SCHUH-UPDATE für JUNI 2020 - bitte Neuerungen ganz unten lesen! ***

Hi! 

Da das Wetter nach wie vor keine langen Wanderungen oder sogar Bergtouren zulässt - und DF sich immer noch mit seinen Achillessehnen herumschlägt, habe ich mir heute das Thema "Bouldern" herausgesucht. Den Schwerpunkt werde ich auf das leidige Thema "Kletterschuhe" legen. 


Typisch: Frauen und ihre Schuhe 😂

Da ich hierbei explizit Marken erwähnen werde, hier noch der rechtliche Hinweis, dass dieser Blog-Eintrag Werbung enthalten könnte. 



Ich selbst würde mich noch als Boulder-Neuling bezeichnen, da ich gerade mal seit dem 02.12.17, also 1 1/4 Jahre, dabei bin. Warum ich das Datum so genau weiß? Das war mein erstes Date mit DF. 😆

Ich bin also definitiv kein Profi in Sachen Technik, Balance oder Kraft. Aber auch ich habe schon meine kleinen Erfahrungen gemacht, die ich gerne mit euch teilen möchte. 

Ein Riesenthema beim Klettern sind die passenden Schuhe. Je nach Fußform kann es sein, dass euch gewisse Schuhe gar nicht passen - also wie im realen Leben. Ich für meinen Teil habe bis dato noch keine Schuhe der Marke Boreal gefunden, die mit meiner Fußform harmonieren.

Ich habe zudem noch das kleine Handicap, dass mir an einem Zeh ein Teil des Nagels fehlt und dieser dadurch sehr druckempfindlich ist. Es konnte also passieren, dass ich mich mit dem rechten Fuß pudelwohl in einem Schuh gefühlt habe, dann aber vor Schmerz aufgeschrien habe, als ich versucht habe, den linken Fuß hinein zu bekommen.
Jeder von euch kennt seine eigenen Füße am besten, also probiert aus, was sich für euch gut anfühlt. 😉

Richtige Profis sagen häufig, dass die Schuhe möglichst eng sitzen und gut vorgespannt sein müssen. Das macht auch Sinn, da man damit in der Lage ist, winzige Tritte anzutreten bzw. nur mit den Zehenspitzen darauf zu stehen. Dabei bleibt natürlich der Komfort auf der Strecke. Natürlich könnte man die Schuhe zwischen den einzelnen Routen in der Halle ausziehen, aber dazu sind DF und ich unterm Strich zu faul. 😅

Aus diesem Grund habe ich bisher meistens Schuhe gekauft, in denen ich auch längere Zeit bequem stehen kann. Diese haben den Nachteil, dass man mit ihnen nicht so exakt antreten kann, aber dafür sterben die Füße nicht ab. Das ist wie gesagt Geschmackssache.

Inzwischen bin ich dazu übergegangen, dass ich zum Aufwärmen bequemere Schuhe anziehe und für schwerere Routen etwas "bessere" Schuhe hernehme. So schleppe ich zwar immer zwei Paar Schuhe mit in die Halle, aber das Konzept ging bislang ganz gut auf. 


Ich persönlich bevorzuge Schuhe mit einer geringen Vorspannung, die schön eng anliegen, weshalb ich inzwischen zu Schnürschuhen übergegangen bin, obwohl Klettverschlüsse auf den ersten Blick angenehmer erscheinen mögen. Die optimale Passform erreiche ich meiner Ansicht nach am besten mit Schnürern.

Auch sind mir Schuhe mit einer weicheren Sohle lieber, da diese etwas nachgibt und ich dadurch mehr Rückmeldung über den Untergrund habe. Eine steife Sohle ist natürlich auf winzigen Tritten besser, nur fällt es mir schwer, meinen Füßen zu trauen, wenn ich gar nicht spüre, was unter ihnen ist. 

Mit folgenden Schuhen habe ich in meiner kurzen "Boulder-Karriere" bisher Erfahrungen gesammelt: 


a) La Sportiva Tarantula - Klettschuhe
Meine allerersten Kletterschuhe sind sehr begehrt bei Einsteigern und ich kann auch verstehen warum. Sie tragen sich gut, sind nicht zu eng und auch bei mittelschweren Routen bieten sie sicheren Halt. 
Ich habe inzwischen das dritte Paar und zum Warmklettern nutze ich sie nach wie vor sehr gerne. 

La Sportiva - Tarantula

b) Scarpa Prime - Klettschuhe
Diese Schuhe hatte ich mit Absicht etwas bequemer gekauft, da sie vorrangig zum Felsklettern gedacht waren, wo man lange in den Schuhen stehen können muss. 
Ihre Premiere hatten die Schuhe am Seebenklettersteig und direkt danach hatte ich sie auch am Mauerläuferklettersteig dabei. Man kann mit ihnen gut an die Wand antreten, erhält aber praktisch keine Rückmeldung. Das hat es mir erst sehr schwer gemacht. Die Scarpa Prime sind auch nach vielen Malen tragen immer noch so hart, dass ich mich blind auf die Schuhe verlassen muss, da ich nicht spüre, was sich unter meinen Füßen abspielt. 

Scarpa - Prima

c) Scarpa Vapor V - Klettschuhe
Meine kleinsten und aggressivsten Schuhe. Sie sind sehr hart und geben aber halbwegs Rückmeldung, zudem kann man mit ihnen sehr gut auf kleinsten Tritten antreten. 
Der einzige Nachteil für mich ist, dass sie so eng geschnitten sind, dass ich es mit meinem kaputten Zeh nicht länger als eine halbe Stunde in ihnen aushalte - und sobald dessen Schmerzgrenze überschritten ist, brauche ich gar nicht mehr daran zu denken, die Vapor wieder anzuziehen.  

Scarpa - Vapor V


d) Mad Rock M5 - Klettschuhe

Diese Schuhe waren ein Experiment. Sie liegen sehr eng an und sind aber gleichzeitig sehr bequem rund um den Mittelfuß. Nur ausgerechnet am großen Zeh drücken sie mich nach kurzer Zeit. 

Zum Hooken sind sie durch die verstärkte Ferse allerdings prädestiniert und können von der Rückmeldung locker mit den Vapor gleichziehen. Trotz ihrer recht harmlosen Optik sind sie durchaus auch für anspruchsvollere Routen geeignet. 

Mad Rock - M5

e) La Sportiva Mythos - Schnürschuhe

Meine ersten Schnürschuhe überhaupt und ich muss sagen, dass die Schnürsenkel erstaunlicherweise gar nicht stören. Ich hatte immer befürchtet, dass ich damit hängen bleiben würde. 
Durch die Schnürung kann ich perfekt selbst anpassen wie eng oder weit ich den Schuh haben möchte, was keine Schmerzen an meinem Zeh bedeutet. Bereits nach wenigen Malen waren die Mythos außerdem an der Sohle so weich, dass ich perfekte Rückmeldung über den Untergrund bekommen habe. Sie eignen sich sehr gut für Reibungstritte an die Wand und sind auch sonst unglaublich zuverlässig. Ich kann mir für mich zumindest keinen besseren Schuh vorstellen. 😍 

La Sportiva - Mythos

Da ich von dem Mythos unglaublich begeistert war, war mein Schrecken entsprechend groß, als er an einigen Stellen durch zu exzessive Nutzung kaputt zu gehen begann. Bei einem günstigen Anfänger-Schuh wäre die Entscheidung in diesem Falle sehr leicht gewesen: Neu kaufen. 
Da der Mythos jedoch nicht ganz billig und zudem ideal eingeklettert war, entschied ich mich dazu, die Schuhe reparieren zu lassen. Dies war ohne Probleme in einer der vielen Kletterhallen möglich, in denen ich mich abwechselnd herumtreibe. Seitdem klettert der Schuh besser wie früher. 😉
Im Bergzeit-Magazin gibt es zu dieser Thematik einen sehr interessanten und aufschlussreichen Artikel, den ihr hier finden könnt. Mir hat der Artikel bezüglich meiner Entscheidung zur Reparatur sehr weiter geholfen und ich kann sagen, dass ich froh bin, dass meine Schuhe mich dadurch nun noch einige Zeit weiter begleiten werden.

Ich hoffe, dass dieser Post für einige hilfreich war. 😉 Und ja, ich weiß, ich hätte die Schuhe vor dem Blogeintrag putzen können. Dazu war ich aber ehrlich gesagt zu faul; außerdem sollten sie naturgetreu aussehen. 😀😇

Bis zur nächsten Schandtat!

Eure Katharina 


*** SCHUH-UPDATE Juni 2020 ***`

f) La Sportiva Finale - Schnürschuhe 

Nachdem ich durch die Mythos von Schnürschuhen so begeistert war, siegte doch die Neugier und ich habe mir Anfang des Jahres 2020 noch ein weiteres Paar Schnürschuhe zugelegt. Da ich bei La Sportiva wusste, dass mir die Größe 41 1/2 perfekt passt (siehe Tarantula und Mythos) habe ich mir das Modell "Finale" geholt. Für mich war vor allem wichtig, dass ich lange in den Schuhen stehen kann.
Auf den erste Blick dachte ich, dass ich in diesen Schuh niemals reinpassen würde, da er für mich winzig aussah, wurde dann aber eines besseren belehrt. Die Passform ist für mich geradezu perfekt und noch besser als beim Mythos. Der Schuh ist gut für Anfänger geeignet, durch die enge Passform kann ich jedoch auch sehr gut kleine und feine Tritte antreten. Die Rückmeldung durch die weiche, aber gut haftende Sohle, ist mindestens so gut wie beim Mythos. Der Finale punktet für mich noch dahingehend, dass die Schuhe einige Belüftungslöcher haben, was bei langem Klettern Gold wert ist. Der Schuh mag kaum Vorspannung haben, dafür kann ich stundenlang darin stehen, ohne dass ich Schmerzen bekomme. Ich habe ihn inzwischen in der Halle und am Fels (Viererspitze) getestet - und er hat den Mythos auf meinem persönlichen Ranking auf Platz 2 verdrängt. 

Es handelt sich hierbei NICHT um die Damen-Ausführung, dafür habe ich zu breite Füße. 😅

La Sportiva - Finale

Keine Kommentare:

Kommentar posten