Dienstag, 19. Mai 2026

Schlicker Seespitze - giftige Königin der Kalkkögel

Hi! 😀
Bei vielen unserer Touren im Stubaital war uns der mächtige Aufbau des höchsten Gipfels der Kalkkögel-Kette, der Schlicker Seespitze, aufgefallen. Aus der Entfernung hatte sie äußerst imposant, aber gleichzeitig sehr abweisend gewirkt. Die gesamten Kalkkögel sind für ihre einzigartigen Felsformationen und die extreme Brüchigkeit berüchtigt. Selbst die Kletterlegende Hermann Buhl hat sich darüber in seinen Berichten ausgelassen. Deswegen kam für DF und mich in diesem Gebiet nur eine offizielle und markierte Route in Frage. 😅 
Der Schlicker See mit Gamskogel und Schlicker Seespitze.
Und nachdem die Sperrung des Aufstiegs zur Schlicker Seespitze nach einem Felssturz (soviel zur Brüchigkeit...) im Jahr 2023 wieder aufgehoben war, wollten wir unser Glück versuchen. 😄

Ich habe lange gerätselt, ob und wie ich diesen Tourbericht verfasse. Nach langem Überlegen habe ich mich entschieden ihn genau so zu schreiben wie all die anderen Blogeinträge zuvor und eine Sache auszuklammern. Wen das interessiert, der findet die Antwort am Ende dieses Beitrags. Aber nun erst einmal weiter mit der eigentlichen Tour! 😉
Blick auf Neustift bei Nacht. 
Unser Start war direkt in Neustift und da uns immerhin 20 km und 2.010 Hm erwarteten, waren wir um 03:00 Uhr bereits auf den Beinen. Auf altbekannten Pfaden ging es für uns in tiefster Nacht hinauf in Richtung Starkenburger Hütte. Und wieder begleiteten uns Venus und Jupiter bei unserem Aufstieg! 😍
Hindernisse in der Nacht.

Was für ein herrlicher Anblick! 😍
Mit der Dämmerung um 05:30 Uhr befanden wir uns in Sichtweite zur Starkenburger Hütte auf etwa 2.050 m. Um uns herum begann bereits ein herrliches Alpenglühen. Der Anblick des Serleskamms und des Habichts im Licht der aufgehenden Sonne war gigantisch. 
Die erste Etappe kommt in Sicht.

Die Natur malt einfach mit den schönsten Farben. 😊
Nach einer kurzen Frühstückspause brachten wir auch den weiteren Aufstieg zur Hütte hinter uns, so dass wir diese um 06:30 Uhr passierten. Noch waren nicht allzu viele Leute auf dem beliebten Stubaier Höhenweg, der von hier zur Franz-Senn-Hütte weiter führte unterwegs.
Erst einmal weiter in Richtung Seejöchl.

Die Starkenburger Hütte und im Hintergrund ganz markant der Habicht.
Für ein gutes Stück folgten wir nun auch dem Höhenweg. Während sich links der Blick ins Oberbergtal öffnete, passierten wir den Abzweiger zum Hohen Burgstall,. Auf unschwierigen, gut ausgebauten Pfaden querten wir leicht am Hang hinauf und begegneten sogar Familie Schneehuhn, die sich überraschend nah am Weg aufhielt. Schließlich flatterten sie über unsere Köpfe in Richtung Oberbergtal hinab. 😊
Suchbild: Wo sind die Schneehühner? 

Der Ausblick ins wunderschöne Oberbergtal. 
DF und ich folgten dem Weg bis zur nächsten Kurve, ab der sich der Ausblick vollständig änderte. Wir hatten zum ersten Mal aus nächster Nähe einen Blick auf die Schlicker Seespitze - und auf mich wirkte sie wie eine schaurig-schöne, abweisende Festung aus einem Spukfilm! 😅 Die benachbarten Stein- und Gamskogel gingen neben dem mächtigen Aufbau komplett unter. Aber zuerst wollten wir zum Schlicker See gehen, den man aufgrund des gestuften Geländes noch gar nicht erkennen konnte. 
Luxus-Bedingungen auf dem Stubaier Höhenweg.

Vis-à-Vis mit der Schlicker Seespitze. 
Wir stiegen am Hang entlang in eine Senke ab, ehe wir auf einem gut sichtbaren Pfad (der im Kartenmaterial übrigens nicht durchgängig eingezeichnet ist) nach links vom Stubaier Höhenweg abzweigten. Nach wenigen hundert Metern entdeckten wir erste Markierungen, die uns auf direktem Weg und sehr unschwierig zum Schlicker See auf 2.450 m führten. Wobei der namenlose See davor dem eigentlichen Schlicker See fast die Show stahl. 😅 Damit hatten wir um 07:50 Uhr bereits unsere nächste Etappe erreicht, an der wir uns natürlich ausgiebig mit Foto und Film austobten. 😁
Auf dem kleinen Pfad zum See. 

Bestes Gehgelände.

Der namenlose See - auch sehr schön. 

Hier hatte jemand am Schlicker See viel Geduld. 😃
Wären DF und ich strikt nach Karte gegangen, hätten wir den gesamten Weg zurückgehen müssen. Bei der Planung war uns bereits im Luftbild aufgefallen, dass uns keine 100 m und 30 Höhenmeter über einen Grashang vom Stubaier Höhenweg über uns trennten. So ging es ein kurzes Stück weglos hinauf, ehe wir um 08:05 Uhr wieder auf eingezeichneten Pfaden unterwegs waren. 😉 
Rückblick zum See - auf dem Wiesenrücken links sind wir aufgestiegen.

Aus der Perspektive sieht die Schlicker Seespitze noch mehr wie ein Spukschloss aus. 😅

Erst einmal bequem weiter über den Höhenweg.
Wir folgten dem inzwischen deutlich mehr frequentierten Höhenweg (Autobahn...)  für ein gutes Stück. Nach etwa 800 m zweigte rechts ein vollkommen unscheinbarer Pfad ab. Nun war es zu unserem ersten Gipfel nicht mehr weit. 😁 
Der angenehme Höhenweg und der Blick ins Oberbergtal. 
Doch bevor wir den Steinkogel erreichen sollten, hatten wir (mal wieder) tierischen Gegenverkehr. Diese Schafe machten allerdings brav Platz und posierten regelrecht für uns. 😂 Um 08:45 Uhr hatten wir nach einem kurzen, weglosen Anstieg den kreuzlosen und unscheinbaren Gipfel des Steinkogels mit 2.580 m erreicht. 😊
Die stillen Wächter der Berge. 😂

Der unscheinbare Steinkogel. 
Nach einem kurzen Aufenthalt marschierten wir zurück zum Weg und weiter in Richtung Gamskogel. DF und ich folgten dem angenehmen und gut markierten Pfad und standen knappe zwanzig Minuten später auf dem Gamskogel mit 2.659 m. Das zweite Gipfelziel des Tages war erreicht! 😊 Und zu unserem großen Glück hatten DF und ich den flachen Gipfel die nächsten zehn Minuten für uns alleine. 
Angenehme, leichte Pfade.

Kurz vorm Gipfel des Gamskogels.
Vom Gamskogel konnte man bis zur Zugspitze schauen, aber leider hat die Kamera das nicht gut eingefangen. 😓 Zu unseren Füßen wurde der Schlicker See immer malerischer angeleuchtet und vor uns baute sich die Schlicker Seespitze wie eine düstere Bastion auf. 😕 Aber zunächst genossen wir den leichten Gipfel, machten eine Frühstückspause und zogen gerade rechtzeitig weiter, bevor ein guter Schwung Wanderer eintrudelte. Wobei die eine Dame äußerst amüsant war, die beim Eintreffen bereits lautstark mit jemandem telefonierte und ihren Begleiter fragte "Auf welchem Gipfel sind wir noch einmal?" und er total genervt "Gamskogel" knurrte. 😂
Praktisch war da hinten die Zugspitze, leider kaum zu erkennen.

So aus der Ferne und mit dem See ist sie ein schöner Berg. 😅

Die Maskottchen waren natürlich auch dabei.

Team Stoffel auf dem Gamskogel.
Für DF und mich hieß es nun noch einmal knappe 140 m ins Seejöchl auf 2.518 m absteigen. Und falls DF im Video aus Verstehen "Seescharte" sagt, lag das daran, dass ich falsch souffliert habe. 😅 Warum auch immer habe ich die Seescharte beim Wilden Freiger an diesem Tag komplett mit dem Seejöchl vertauscht - seid also bitte nachsichtig mit ihm. 😅
Noch einmal absteigen, bevor der finale Aufstieg folgt.
Da der Weg auch hier ausgezeichnet war, standen wir um 09:50 Uhr im Jöchl. Der dortige Wegweiser zeigte den Weiterweg zu unserem Tagesziel an, der zumindest laut Beschilderung eine schwarze Route sein sollte. Und wie schwarz diese Route sein würde, davon hatten wir in diesem Moment noch keine Ahnung. 😅
Seejöchl erreicht.

Die ersten Meter sehen "easy" aus. 
Rückblick zum gut frequentierten Gamskogel.
Bevor wir jedoch den Aufstieg wagten, hieß es für uns "Rucksack ab und Helme auf". Da die extreme Brüchigkeit der Kalkkögel berüchtigt war, wollten wir auf Nummer sicher gehen. Die ersten Meter im feinen Schotter waren gut gangbar, ehe das eigentliche Dolomit-Rutsch-Labyrinth begann. Am Anfang wurden DF und ich mit Markierungen und Pfeilen beinahe erschlagen und es war unmöglich falsch zu laufen. Doch bereits auf den ersten Stufen, an denen man minimal klettern musste, merkten wir wie rutschig der Untergrund war. Der Abstieg, der auf dem gleichen Weg erfolgte, würde definitiv kein Zuckerschlecken werden. 
So langsam kommt "Hauptdolomit-Feeling" auf. 😅

Gut markiert, aber rutschig.

DF in einer Traverse und eine der steilen "Stufen" davor.
Langsam arbeiteten wir uns in dieser bizarren Felsenwelt nach oben. Bester Rollsplitt wechselte sich ab mit leichten Traversen oder verschlungenen Kletter-Stellen. Es war nicht zu leicht, aber es machte Spaß. 😅 Um 10:15 Uhr fanden wir uns vor einem unerwarteten Problem: die Markierungen waren weg und es war deutlich erkennbar, dass es mitten in diesem steilen Geröllfeld vor nicht allzu langer Zeit einen Hangrutsch oder Felssturz gegeben hatte. Der feine, gut ausgetrampelte Splitt war durchzogen von groben Steinen und ein Pfad war in der steilen Flanke nicht ansatzweise erkennbar.
Etwas einfacheres Gelände zur Abwechslung.

Das wird im Abstieg "lustig"...

Wie aus einem Fantasy-Film gerissen...

Vor DF fehlt der Weg und gaaanz oben sind erst wieder Markierungen.
Mindestens 30 m über uns konnten DF und ich Markierungen ausmachen. Ob das hier noch der alte oder schon wieder ein neuer Felssturz war? Egal - der Weg war  verschwunden. 😅 Und so quälten wir uns äußerst mühsam in dem steilen Gelände erst quer über die groben Felsen und dann nach oben. Als wir die ersten Markierungen erreichten, standen wir immer noch im bloßen Schotter und mussten noch etliche Meter aufsteigen, bis wir wieder eine Pfadspur erkennen konnten. Das würde im Abstieg spaßig werden...😖
Wieder so etwas ähnliches wie ein "Weg" und alte, gelbe Markierungen.
In einem wirren Zickzack, abwechselnd rot und gelb markiert, führte uns der Weg hinauf. Und eines wurde immer deutlicher: dieser Berg war ein einziger Schutthaufen - hier hielt kein Stein auf dem anderen! Wer auch immer in Berichten von Genusskletterei geschrieben hatte, davon waren wir weit entfernt. 😅 Über die wenigen festen Felsen konnte man sich freuen, wobei diese meist eine tückische Rollsplitt-Auflage hatten. So blieb die Route, die zwischen schottrigen Traversen und steilen Stufen wechselte, die ganze Zeit über anspruchsvoll. 
Landschaftlich spannend, aber in dieser Steilheit auf Schotter queren, war nur bedingt schön...
An einer einzigen Stufe, die vergleichsweise einfach war, fanden wir tatsächlich eine Seilversicherung! An anderen Stellen hätte ich mir die eher gewünscht. 😅
Die seilversicherte Stelle.
Die Tiefblicke waren gigantisch und grauenhaft und der Ausblick auf die benachbarte Riepenwand, die so brüchig sein soll, dass es nicht einmal einen Normalweg zum Gipfel gibt, wurde auch immer beeindruckender. Allerdings waren die Genussmomente meist von kurzer Dauer. 😅
"Schneck"-Gelände. 😅

Ohne Markierungen wäre man verloren...

Die einzig sicherste Stelle für DF, um die Speicherkarte der Kamera zu wechseln. 😅

Die mächtige Riepenwand. 
Und weiter ging es im abschüssigen Schotter, während die Felsen einen von oben zusätzlich abdrängten. Jeder Schritt musste mit viel Bedacht gesetzt werden. Manchmal fühlte es sich so an, als ob man Bäche oder Wasserfälle aus Fels und Stein an diesem steilen Hang querte. In etwa so mühsam war zumindest das Vorwärtskommen. Auch zum Abfahren würde das Gelände später nicht taugen, denn dazu hatte es zu viele steile Felsabsätze. Die Millimeterarbeit, die wir nun hinauf hatten, würden wir nachher auch hinab haben...
Der Weg zog und zog sich, während wir den zum Teil stark verblassten oder verschütteten Markierungen folgten. Dass man an einigen Stücken nach unten queren musste, machte es auch nicht leichter. 😂
Leicht hinab wird gequert.

Immer den Markierungen nach - bei erschreckenden Tiefblicken. 
Etwa 50 m über uns entdeckten wir eine Dreiergruppe, die sich bereits im Abstieg befand. Da DF und ich uns gerade direkt bei Markierungen, sahen wir deutlich, dass zumindest einer von ihnen abseits des Wegs unterwegs war. Als wir ihn vorsichtig darauf hinwiesen, bekamen wir eine sehr unfreundliche Antwort. Also sahen wir zu, dass wir Abstand zu der steilen Rinne bekamen, über die er sich nach unten manövrierte und als kurz darauf zwei fußballgroße Felsbrocken etwa fünf Meter neben uns nach unten schossen, wussten wir, dass unser Bauchgefühl uns nicht getrogen hatte. Und auf einmal konnte der gute Mann doch nach dem Weg fragen...😤 Seine beiden Begleiter wirkten zwar etwas unsicher, waren aber sehr freundlich und schwärmten von der schönen Aussicht am nicht mehr weit entfernten Gipfel
Die letzten Stufen am Gipfelaufbau.
Zum Glück wurde das Gerutsche oben weniger und wir hatten tatsächlich so etwas wie Fels unter den Füßen. So kam es, dass wir keine Viertelstunde später auf dem Gipfel der Schlicker Seespitze standen. Mit 2.804 oder 2.808 m (es gibt wieder verschiedene Höhenangaben im Netz 😅) hatten wir den höchsten Gipfel der Kalkkögel um 11:15 Uhr erklommen! 😁
Da unten liegt winzig klein der Schlicker See. 

Das schräg aufgestellte Gipfelkreuz. 😅
Der Gipfelaufbau war überraschend schmal und an praktisch allen Ecken senkrecht abfallend, so dass wir uns nicht richtig entspannen konnten. 😅 Auch konnten wir im unteren Bereich des Aufstiegswegs mehrere Personen ausmachen, die im Bereich des Felssturzes nach dem Weg suchten. Da in diesem Gelände ein zu heftiger Atemzug bereits Steinschlag verursachte, wollte uns die Vorstellung von noch mehr Menschen in dieser Steilflanke so gar nicht behagen. Und wer bitte hat das Gipfelkreuz so schräg aufgestellt, dass es praktisch unmöglich ist es normal zu fotografieren?! 😂 Die Aussicht auf die Nachbargipfel und das Gelände der Schlick 2000 war grandios! Dafür hatten sich die Mühen schon gelohnt! 😊
Ein Blick über die Kette der Kalkkögel

Da unten sind noch mehr Bergsteiger...

Etwas Spaß am Gipfel muss auch sein. 😄

Aber die Maskottchen gut festhalten, war Pflicht. 😅

Team Stoffel auf der Schlicker Seespitze.

Der Blick hinab ins Bereich von Schlick 2000.
Eine knappe halbe Stunde später begannen DF und ich mit dem mühsamen Abstieg von diesem seltsam anmutenden Berg. Da bereits der Aufstieg so anspruchsvoll gewesen war, packte DF die Kamera weg und wir beide machten uns im Gänsemarsch auf den Weg nach unten. Was soll ich sagen? Was nach oben rutschig gewesen war, war es auch hinab. Nach knapp 1 1/2 Stunden, die uns deutlich länger vorgekommen waren, befanden wir uns wieder am Einstieg - und den gesamten Weg über war uns keine Menschenseele entgegengekommen. 
Wieder zurück im Seejöchl.
Am Seejöchl gönnten wir uns eine Pause und packten die Helme weg. Als wir dort saßen, kam ein Pärchen zu uns und fragte, ob wir auf der Schlicker Seespitze gewesen wären. Es stellte sich heraus, dass sie zu den Bergsteigern gehört hatten, die wir im Geröllfeld von oben ausgemacht hatten. Sie hatten jedoch weder Helm, noch Stöcke dabei gehabt und deshalb lieber abgebrochen. Außerdem war ihnen telefonisch von einem Hüttenwirt mitgeteilt worden, dass der Weg nach dem Felssturz im Jahr 2023 wieder instand gesetzt worden sei - die tatsächlichen Verhältnisse hatten dann doch anders ausgesehen. 😅 An dieser Stelle ganz viele Grüße an die zwei Bergfexe aus dem Norden! Wir wünschen euch noch viele schöne Touren! 😊
Kurz vor der Schlicker Scharte. 

Im Abstieg auf dem Stubaier Höhenweg.
Nach der wohlverdienten Pause ging es auf dem Stubaier Höhenweg zurück zur Starkenburger Hütte, wo wir uns gegen 15:15 Uhr einen vorzüglichen Kuchen gönnten! 😋 
Tschüss, du schauriger Berg. 😅

Super lecker! 😋
Eigentlich war ein entspannter Abstieg über den Aufstiegsweg angedacht, da wir bereits einiges in den Knochen hatten. Aber als wir uns gegen 16:45 Uhr noch auf knapp 1.700 m befanden, hörten wir es auf der anderen Talseite hinter der Serles bedrohlich grollen. Ein kurzer Blick zeigte uns, dass sich dort der Himmel stark verdunkelte und auch der Regenradar machte uns klar, dass es ungemütlich werden könnte. 
Warum wird es da so düster?! 
Also nahmen DF und ich die Beine in die Hand und joggten zunächst den schmalen Pfad im steilen Waldhang, so gut es ging, und später die Forststraße hinab ins Tal. Während wir mitverfolgen konnten, wie der Himmel gegenüber immer dunkler wurde, legten wir die letzten 3,5 km und etwa 650 Hm in Rekordzeit zurück. Nach DFs ursprünglicher Schätzung hätten wir gegen 18:30 Uhr und später an der Ferienwohnung sein sollen. So waren wir bereits um halb sechs und immer noch trocken wieder zurück. 😂 Es war schon erstaunlich, was für Reserven wir noch mobilisieren konnten...😅

Ein Video von DF wird es natürlich auch geben. 😉


Fazit zur Tour:
Für das Fazit muss ich die Tour dieses Mal in zwei Teile aufsplitten:
Der erste Teil umfasst die Starkenburger Hütte, den Schlicker See, den Steinkogel und den Gamskogel und die haben fünf von fünf Sternen verdient. Diese Ziele sind auch für den normalen Bergwanderer gut machbar und bieten grandiose Ausblicke in alle Himmelsrichtungen! 😊
Die Schlicker Seespitze macht den zweiten Teil aus und wie soll ich es sagen? Das ist das erste Mal, dass ich einen Gipfel nicht guten Gewissens empfehlen kann, sondern sogar eher von einer Besteigung abraten würde. 😐 Die Aussicht vom Gipfel mag zwar reizvoll sein, aber der Aufstiegs- und Abstiegsweg in steilstem Schutt, auf dem wirklich kein Stein auf dem anderen hält, hat selbst einen hartgesottenen Bröselfreak wie mich abgeschreckt. Sorry, aber diesen Gipfel kann ich einfach nicht schön reden. Wer sich trotzdem auf die Schlicker Seespitze wagen möchte, sollte dies unbedingt mit Helm und Stöcken tun. 


Bis zur nächsten Schandtat! 😀

Eure Katharina 


Kleiner Nachtrag in eigener Sache: 
Noch nie war ich bei einem Berg für mich so nah dran, dass ich dem Berg gehört hätte. DF und ich hatten mit Absicht im Abstieg auf Filmen und Fotos verzichtet, waren äußerst vorsichtig unterwegs und trotzdem verlor ich im oberen Drittel aus heiterem Himmel an einer äußerst steilen Stelle den Halt. Eine Mischung aus Reflex und Wunder führte dazu, dass ich mich nicht 200 m, sondern nur etwa zwei Meter unterhalb von DF wieder fand. Mit einer Vielzahl an Schrammen und Kratzern schaffte ich es wieder auf den Weg und der restliche Abstieg war für uns beide ab diesem Zeitpunkt vor allem mental eine noch größere Herausforderung. Vielen Dank an meinen lieben DF, der oft vorausgegangen ist und mir an blöden Stellen geholfen hat. 
Deshalb: Unterschätzt diesen Zustieg auf keinen Fall. Alles rutscht, nichts hält und es ist gleichzeitig schrecklich steil. 

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