Dienstag, 12. Mai 2020

Ein Tag am Rhein: Mittelrhein-Klettersteig, Himmelsleiter und Hubertus-Viadukt

Hi! 😀

Dieses Mal hat es DF und mich in bisher unbekanntes Terrain verschlagen und zwar an den Rhein bei Boppard mitten im schönen Hunsrück. 😊
Unser Ziel war der dortige Mittelrhein-Klettersteig (Schwierigkeit A/B), der sich entlang eines steilen Hanges schlängelt und dabei immer wieder phänomenale Ausblicke auf den darunter liegenden Rhein bietet. Der Steig wurde 2006 durch die Gemeinde Boppard eröffnet und wird als einer der wenigen alpinen Steige nördlich der Alpen beworben. Das wollten wir uns natürlich genauer ansehen. 😊
Traumaussichten auf die Rheinschleife bei Boppard
Und damit die Anfahrt sich für uns auch wirklich lohnte, haben wir im Anschluss an den Klettersteig eine schöne Wanderung dran gehängt, aber lest selbst. 😉
Da der Mittelrhein-Klettersteig sehr beliebt und viel begangen ist, starteten DF und ich in aller Frühe, um vor den Massen am Parkplatz Mühltal in Boppard einzutreffen. So kamen wir um kurz nach acht am Parkplatz unterhalb der Seilbahn an. Direkt an der Straße ist der Zugang zum Klettersteig bereits unübersehbar ausgeschildert. 😅
Endlich wieder Auslauf! 😁

Das ist wirklich nicht zu übersehen...
Über einen kleinen Pfad ging es direkt steil nach oben und keine fünf Minuten später hatten wir bereits den Einstieg zum Klettersteig erreicht. 
Blick auf die Seilbahn vom Einstieg des Klettersteigs.

Blick nach Boppard vom Einstieg des Klettersteigs. 
Wer sich den Klettersteig nicht zutrauen sollte, hat eine parallel verlaufende Wanderalternative, die sich entlang der Hänge mit Rheinblick schlängelt. An einigen Stellen kreuzten sich die Wege auch, so dass ein "Notausstieg" zwischendurch immer wieder möglich gewesen wäre. 
Wer die Wahl hat, hat die Qual.
Am Einstieg ging es direkt ein paar Meter an einem Drahtseil nach unten, bis man an die erste von insgesamt zehn Leitern kam. Und zumindest für den ersten Teil waren die Leitern vorherrschend. 
Der Einstieg von oben.

"Ich liebe Leitern..."
Zwischen den zahlreichen Gehpassagen durften wir immer wieder an einer Leiter absteigen. Die wenigen Aufschwünge, die nicht durch einen Trampelpfad überwunden wurden, waren mit Trittstiften und Stahlkrampen so gespickt, dass man dort wie auf einer Treppe nach oben wandeln konnte.


Schöne Aussichten und kleine Pfade.

Team Stoffel am Rhein - und endlich wieder mit Helm! 😄

Leitern über Leitern...

Eine der Krampen-Treppen. 
DF vor der nächsten Leiter. 

Die nächste Treppe nach oben. 
 Bis zum letzten Aufschwung überwogen die Gehpassagen im Vergleich zu den Klettersteigstellen deutlich. DF steigerte die Schwierigkeit des Klettersteigs für sich, in dem er kreativ filmte und ich versuchte mit den Händen nicht ans Seil zu greifen, sondern ausschließlich am Fels zu gehen. Beides gelang uns spielend. 😅
Der letzte Aufschwung. 

Sieht dramatischer aus, als es war...😂

Zumindest wurde es am Ende noch einmal steil. 
Nach weniger als einer Stunde hatten wir eine der vielen Panorama-Liegebänke erreicht, die nach der "Kletterei" zum Ausruhen mit Blick auf die größte Rheinschleife einluden. 😃
Endlich oben! 

Zweisamkeit mit Rheinblick. 
Im Anschluss folgten wir der Beschilderung des Klettersteigs noch knappe 1,5 km, bis wir an der Engelseiche waren. Apropos Eiche; DF und ich haben selten so viele Eichen auf einem Fleck gesehen, wie an den Hängen in Boppard. Da war es eher ein Wunder, wenn man eine andere Baumart zwischendurch erblickte.
Überall Eichen, wohin das Auge blickt! 

Da hinten sollte unsere Wanderung uns noch hinführen. 
Die Engelseiche markiert eine große Kreuzung mit Schutzhütte, an der man entweder direkt zurück zum Parkplatz marschieren oder den Hunsrück weiter erkunden kann.  
Da DF so vertrauensselig gewesen war und mir die gesamte Tourplanung überlassen hatte, hatten wir an dieser Stelle noch gute 15 km Wegstrecke vor uns. 😇

Wir folgten dem Saar-Hunsrück-Steig zu Beginn auf einem großen Forstweg, bis er in einen kleinen Pfad überging und uns zur nächsten Hütte an der Hedwigseiche führte. Dort bogen wir auf einen kleinen, verträumten Wanderweg ab, der zum Teil ziemlich steil runter ging. Auf diesem Weg marschierten wir bis hinab ins Mühltal.
Der schöne Pfad nach unten. 
Von dort aus ging es auf der sogenannten "Traumschleife Elfenlay" fast zwei Kilometer bis zur Himmelsleiter. 😋
Diese entpuppte sich tatsächlich als steile Leiter, die ein gutes Stück nach oben führte. Ab da mündete sie wieder in einem wunderschönen Trail, der auf dem Rücken eines kleinen Hügels nach oben zu einem Aussichtspunkt führte. Leider war die Aussicht durch übermäßigen Bewuchs ein wenig begrenzt. 😅
Die Himmelsleiter. 

Der Pfad auf dem Rücken des Hügels. 
Ab diesem Punkt ging es für uns eine ganze Weile bergab, vorbei an der Schutzhütte (Schwarzes Tor) liefen wir auf einem breiten Forstweg durch das "Mörderbachtal", bis zur Budinger Quelle. Da es erdrückend schwül war, nutzten wir diese Etappe, um unsere eigenen Wasservorräte zu schonen.
Die Beschilderung war erstklassig! 
Wir folgten dem Hunsrück-Bahnwanderweg, bis wir mitten im Wald vor dem Hubertus-Viadukt standen, das über die gleichnamige Schlucht führte. Am Fuße des Viadukts befand sich tatsächlich ein Zugfahrplan! 😶
Und laut diesem Plan sollte um 13:50 Uhr der nächste Zug vorbei fahren. Da unsere Uhren 13:45 Uhr anzeigten, beschlossen wir uns zu warten - und wurden auch mit einem sehr interessanten Anblick belohnt! 😁
Was man im Wald so alles findet...!

Imposante Ansichten von unten...
Weiter ging es steil bergauf, was eigentlich kein Problem gewesen wäre, hätten uns nicht riesige Mückenschwärme geradezu attackiert. So rannten DF und ich den Berg fast blind und immer um uns schlagend nach oben. Am Ende der Steigung war zum Glück auch das Ende der Mücken und es erwartete uns "Liesenfelds Hütte". Diese Hütte bot noch einmal eine beeindruckende Aussicht auf das Viadukt. DF und ich hatten sogar so viel Glück, dass wir noch einmal sehen konnten wie ein Zug das Bauwerk, das etwa 6,3 % Steigung überwindet, passierte. 😃
Liesenfelds Hütte. 

Noch einmal ein Blick von oben. 
Eine letzte Steigung stand uns noch bevor, ehe wir uns, nun wieder auf den Pfaden der "Traumschleife Elfenlay", gemütlich nach unten rollen lassen konnten. Wir folgten einer ganzen Weile dem Burdenbach und stiegen auf zur Hütte "Sabelsköpfchen" auf. Von dort aus konnte man die Hänge sehen, an denen wir einige Stunden zuvor noch auf dem Klettersteig herum geturnt waren.
An den Hängen links waren wir am Vormittag gestartet.
Ab der Hütte war es nicht mehr weit bis zum Parkplatz Mühltal, wobei der letzte Abschnitt des Weges überraschend abenteuerlich und schmal war. 😅
Gegen 15:30 Uhr erreichten wir unser Auto wieder und kaum hatten wir die Türen von innen zugezogen, begann es zu regnen. Das nenne ich Timing! 😂

Und hier findet ihr das Video von DF: 1A Panorama : Mittelrheinklettersteig bei Boppard 😁

Fazit zur Tour:
Unsere Tour führte uns über knapp 18 km und 900 Hm auf meist kleinen, ruhigen Pfaden quer durch den Hunsrück bei Boppard. Die Trails waren ein wahrer Genuss zum Wandern. 😊
Der Mittelrhein-Klettersteig, der als alpin beworben wurde, entpuppte sich aus unserer Sicht mehr als ein Panoramaweg mit vielen Leitern und einigen versicherten Stellen. Für uns waren zu viele Trittstifte und Krampen vorhanden, so dass man als Klettersteiggeher nicht richtig gefordert wurde. Der Steig mag als Einstieg für komplette Neulinge eine schöne Erfahrung sein, ist aber nicht mit Klettersteigen in den Alpen oder dem Starkenburger Klettersteig im Odenwald vergleichbar. Die Aussichten auf die Rheinschleife waren jedoch unvergleichlich schön. 😍
Die Himmelsleiter und auch das Hubertus-Viadukt brachten viel Abwechslung in die kleinen Wanderpfade und sind definitiv einen Besuch wert. 😉
DF und ich hatten jedenfalls einen wunderschönen Tag und waren sehr positiv überrascht vom Hunsrück rund um Boppard! 😃


Zum Abschluss noch ein paar logistische Infos:
Wer sich gerne einmal am Mittelrhein-Klettersteig austesten möchte, aber noch kein eigenes Klettersteig-Set hat, kann sich bei der nahe gelegenen Aral-Tankstelle gegen Gebühr ein Set leihen. 😉

Und wer unsere Runde nicht nachlaufen, sondern lieber wieder auf direktem Weg zurück zum Parkplatz möchte, kann ab der Engelseiche einfach der Beschilderung "Seilbahn" folgen. Hierbei bietet sich noch die Möglichkeit bei zwei Gaststätten einzukehren, ehe man sich entscheiden muss, ob man den letzten Kilometer zu Fuß zurücklegt oder gemütlich nach unten schwebt. 😆


Bis zur nächsten Schandtat! 

Eure Katharina 😊

P.S.: Wer Interesse am GPX-Track unserer Runde hat, kann mich gerne kontaktieren. 😊

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