Hi! 😁
Am 10. August 2025 war es endlich soweit und wir gingen unser Jahresziel für diese Bergsaison an: den letzten der Seven Summits Stubai, den Wilden Freiger! 😀Dieser Gipfel hat den Beinamen, der Fordernde, von der Touristik Stubai erhalten und bei 23,5 km und 2.120 Höhenmetern, die uns auf dieser Tour erwarteten, klang das durchaus passend! 😶
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| Ein Randausläufer des Freiger Ferners. |
Ob wir den letzten der sieben Charakterberge des Stubaitals erreicht haben und damit die "Jagd" nach den Seven Summits, die zufällig im Jahr 2021 auf dem Habicht begann, ein Ende genommen hat? Lest selbst! 😉
Da wir ein beachtliches Programm vor uns hatten, wurden DF und ich wieder einmal zu Nachteulen. 😇Der Wecker ging um 00:30 Uhr und so ein als Mitternachtssnack getarntes Frühstück hat auch was. 😂
Start war schließlich um 02:10 Uhr am Parkplatz Ruetz Katarakt, einem der vielen Parkplätze entlang des Wilde Wasser Wegs. Zügig stiegen wir durch den steilen Bergwald hinauf ins Langental, wo uns der Vollmond in all seiner Pracht empfing. Zeitweise benötigten DF und ich nicht einmal unsere Stirnlampen. 😃
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| Langental bei Vollmond. |
Zügig stiegen wir weiter auf, nur hier und da abgelenkt von Venus und Jupiter, die mit seltener Helligkeit über den Wetterspitzen auf der gegenüberliegenden Seite des Langentals leuchteten. 😍
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| Was für ein wunderschöner Anblick! |
Um 05:00 Uhr hatten wir mit der Nürnberger Hütte unser erstes Etappenziel erreicht. Rein rechnerisch fehlten ab hier "nur noch" circa 1.100 m bis zum Gipfel des Wilden Freigers. 😅
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| Nürnberger Hütte erreicht! |
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| Nürnberger Hütte am sehr frühen Morgen. |
Aber da DF und ich nach Möglichkeit viel sehen wollen und ungern Wege doppelt gehen, hatten wir zumindest ab hier oben eine Rundtour geplant. Auf den Wegweisern stand bereits unser nächster Zwischenstopp, der Freiger See, angeschrieben. Angeblich sollten wir bis dorthin eine Stunde benötigen.  |
| Einfaches Gelände und bestens markiert. |
Ich kann euch jetzt bereits verraten, dass wir ein wenig länger brauchten. Das lag an der traumhaften Landschaft, die an allen Ecken und Enden zum Fotografieren einlud. Auch hier oben fanden wir ein Hochmoor zwischen den großen Felsplatten vor und an den kleinen Seen wuchs massenweise Wollgras. 😊 Der Weg war - wie fast überall im Stubaital - sehr vorbildlich markiert und so erreichten wir um 05:45 Uhr den Wegweiser, an dem der Rundkurs beginnen sollte. Von hier aus hätten wir auch direkt über die Seescharte zum Wilden Freiger aufsteigen können, aber das hatten wir uns für den Abstieg aufgehoben.  |
| Ein neuer Tag beginnt. 😊 |
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| Ab diesem Wegweiser beginnt der Rundweg. |
Im Licht des beginnenden Tages folgten wir den rot-weißen Markierungen in Richtung Freiger See. Wir passierten eine Vielzahl kleiner Seen, felsige Passagen und noch einige Schneefelder. In leichten Stufen führte der Weg schließlich auf eine Hochebene, durch die sich der Langentalbach schlängelte. Ab 06:10 Uhr kamen wir deutlich langsamer voran. Nicht etwa, weil das Gelände zu schwer wurde, sondern weil sich vor unseren Augen ein zauberhaftes Alpenglühen abspielte! 😍 Und genau das ist der Grund, warum es sich lohnt früh aufzustehen! 😊 |
| Einer der vielen Seen und im Hintergrund die Feuersteine mit dem Grüblferner. |
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| Dafür lohnt es sich früh aufzustehen. 😊 |
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| Ein Blick zurück über die Hochebene. |
Der markierte Pfad schlängelte sich angenehm unschwierig durch das Gelände. Einmal führte uns ein Steg über den Bach und um 06:40 Uhr war es soweit. Wir hatten den Freiger See auf 2.494 m erreicht. Und wie alle Seen im Stubaital war er eine Augenweide! 😍  |
| DF auf dem Steg. |
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| Blick auf den Freiger See. 😍 |
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| Bald sind wir in der Sonne. 😅 |
Danach führte der Weg auf die nächste Geländestufe und dort auf einem kleinen Grat weiter nach oben. Wieder ging es stufenförmig weiter und die Umgebung änderte sich deutlich. Hatten wir zuvor noch den Bach, Gras und teilweise Schotter gehabt, erstreckte sich vor uns nun eine grau-rote Geröllwüste. So in etwa musste es sich wohl auf dem Mars anfühlen. 😅
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| Auf dem kleinen Grat. |
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| Gut markiert durch die Felswüste. |
Durch grobes Blockwerk leiteten uns die Markierungen auf die nächste Ebene und direkt an einem namenlosen, aber deshalb nicht weniger schönen See vorbei. 😃 Ab diesem Punkt, gegen 08:00 Uhr, hatten wir direkte Sicht auf den Gipfel des Roten Grats, der zum Greifen nah aussah. Aber aus Erfahrung wussten wir, dass dieser Eindruck täuschen konnte. 😅
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| Hinten ganz klein erkannt man den Roten Grat. |
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| DF vor dem namenlosen See. |
Wir querten einige kleinere Schneefelder, ehe wir uns an den Aufstieg zur Rotgratscharte machten. Laut Kartenmaterial hätte es auch einen direkten Weg zur Freigerscharte gegenüber geben sollen, dieser war vor Ort jedoch nicht erkennbar. Es sah eher so aus, als hätte ein Hangrutsch den Weg mitgerissen. 😢
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| Eins der wenigen Schneefelder. |
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| Im Aufstieg zur Rotgratscharte - Blick nach oben und unten. |
Also folgten wir den Markierungen zur Rotgratscharte, wo wir um 08:55 Uhr auf 3.007 m ankamen! Bereits hier war die Aussicht gigantisch! 😍
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| In der Rotgratscharte - ab hier gibt es zwei mögliche Wege zum Becherhaus. 😀 |
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| Der Gipfel des Roten Grats kommt näher! 😎 |
DF und ich würden ab dieser Stelle für eine lange Zeit "Grenzgänger" sein, da die Grenze zwischen Italien und Österreich genau entlang des Grats verlief, dem wir folgten wollten. Vor uns erstreckte sich das malerische Südtirol und hinter uns hatten wir beste Sicht auf die Seen, die wir zuvor passiert hatten, aber auch auf die riesige Schulter, die es noch zu erklimmen galt. Schräg dahinter türmte sich der Signalgipfel des Wilden Freigers auf. Es wirkte alles unfassbar groß, weit und abweisend! 😱 |
| Blick in Richtung Freiger Scharte und dahinter der mächtige Aufbau des Signalgipfels. 😱 |
Nun wollten wir endlich zu unserem erstem Gipfelziel, dem Roten Grat, gelangen. Der Weg bis zum Gipfel folgte dem Gratverlauf und blieb dabei erstaunlich einfach. Der Grat an sich war breit genug, so dass man bequem laufen konnte und so standen DF und ich um 09:15 Uhr auf dem Gipfel des Roten Grats mit 3.099 m! 😎 An dieser Stelle ganz liebe Grüße an den netten Italiener, der am Gipfel gerastet und sich dabei die Zeit genommen hat uns die italienische Aussprache der Grenzgipfel zu erklären! Wir hoffen du bist wieder gut ins Tal gekommen! 😊 |
| Team Stoffel am Roten Grat. |
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| Blick hinunter in die Freiger Scharte und auf den weiteren Weg. |
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| Der Übeltalferner - der größte Gletscher Südtirols. |
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| Da kommen wir her. 😊 |
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| Was für ein schöner Gipfel - und die Maskottchen waren natürlich auch dabei. 😁 |
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| Aussicht nach Südtirol auf den Hangender Ferner und die Gaiswandspitze. |
Am Gipfel selbst nahmen wir uns etwas Zeit, um die vollkommen neue Umgebung zu genießen und ausgiebig zu fotografieren. Der Blick hinunter nach Südtirol war atemberaubend, aber vollkommen verrückt war die Sicht auf das Becherhaus. Wer auf die Idee gekommen ist, auf diesem Grat eine Berghütte zu errichten, muss wahnsinnig, ein Genie oder beides gewesen sein! 😂 Unterhalb der Hütte erstreckte sich mit dem beeindruckenden Übeltalferner der größte Gletscher Südtirols. 😄 |
| Das Becherhaus mit beeindruckender Lage. 😃 |
Beim Anblick des Abstiegs zur Freiger Scharte und der dahinterliegenden, massiven Schulter wurde DF und mir ein wenig mulmig zumute. Da sollte man hoch gehen können?! 😅 Da wir eine Vielzahl an Leuten auf der Route sahen, schien es möglich zu sein.  |
| Im Abstieg zur Freiger Scharte. |
Der Weg bis zur Scharte war deutlich anspruchsvoller. Nun befanden wir uns definitiv im Absturzgelände, denn auf der Seite zum Becher-Haus brachen die brüchigen Wände fast senkrecht ab. DF und ich folgten weiter den Markierungen über den holprigen Grat. An einigen Ecken musste man sogar gaaanz leicht über größere Blöcke klettern. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde standen wir in der Freiger Scharte.
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| In der Freiger Scharte angekommen - auch hier alles bestens markiert. |
Die Markierungen leiteten nach rechts in den massiven Aufbau hinein und damit von dem schmalen Grat weg. Nun ging es für uns durch eine rote Felswüste in mäßiger Steigung nach oben. Nur selten führte der Weg an die ausgesetzte Gratkante, aber wenn er das tat, war es nicht ohne. 😨 Dafür waren die anderen Gehpassagen, bis auf die überraschend hohe Frequentierung, sehr angenehm zu gehen. DF und ich kamen gut voran und hinter uns wurde der Rote Grat mit der Zeit immer kleiner.  |
| Eine der wenigen ausgesetzten Stellen - und im Hintergrund der kleiner werdende Rote Grat. |
Gegen 10:50 Uhr erreichten DF und ich ein großes Schneefeld, einen Ausläufer des Freiger Ferners. Der Schnee war gut gespurt, so dass wir keine Probleme hatten, solange wir in der Spur blieben. Wenn man jedoch ein kleines Stück zu weit nach links oder rechts trat, brach man fast sofort ein. Ja, wir mussten das natürlich testen. 😅 Es folgten zwei weitere Passagen mit Schneefeldern, wobei man eines davon über Felsen umgehen konnte. Um 11:30 Uhr hatten wir den nächsten Wegweiser direkt unterhalb des Wilden Freigers auf ca. 3.320 m erreicht.  |
| DF auf dem ersten Schneefeld. |
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| Der nächste Wegweiser unterhalb des Wilden Freigers. |
Vor uns bauten sich nun der Wilde Freiger, sein Signalgipfel und der dazwischenliegende Verbindungsgrat auf. Allzu schwierig sah das Gelände zum Glück nicht aus, dafür war die Luft hier oben spürbar dünner. Doch bevor wir den Grat erreichen sollten, wartete noch ein historisches Highlight, ein Lost Place, auf uns. Auf etwa 3.380 m stand ein altes Zollhäuschen, das schon bessere Tage gesehen hatte. Trotzdem war es faszinierend wie viel von dem Bauwerk trotz der widrigen Bedingungen an diesem Ort erhalten war - und die Aussicht, die man von dort gehabt haben dürfte, war wie gemalt. 😍Allerdings habe ich keine weiteren Informationen zum Zollhäuschen finden können - zum Beispiel aus welcher Zeit es genau stammt und von wann bis wann es in Betrieb war. Wer hierzu etwas weiß, bitte melden! 😉
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| Kreative Markierungen. 😁 |
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| DF und hinter ihm die winzig erscheinende Mairspitze. |
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| Lost Place auf über 3.300 m. 😄 |
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| Einmal ein Blick hinein und der Blick aus der Tür hinaus. |
Weiter ging es auf den Verbindungsgrat und zum Signalgipfel mit 3.392 m. Auf diesem Vorgipfel, den wir um 12:05 Uhr erreichten, befand sich kein Gipfelkreuz, dafür eine Wetterstation - und man hatte eine phänomenale Aussicht auf das darunter liegende Becherhaus. Den Signalgipfel hatten wir für uns alleine, doch beim Blick zum Hauptgipfel wurde uns ganz anders. Der Grat war an dieser Stelle sehr schmal, doch es ging zu wie an einer Hauptattraktion in Disney Land! 😱 |
| Der einfache Verbindungsgrat und weiter unten das Becherhaus. |
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| Blick über den Übeltalferner und zur unscheinbaren Müllerhütte. |
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| Team Stoffel am Signalgipfel. 😄 |
DF und ich machten uns über den Verbindungsgrat auf den Weg zum eigentlichen Gipfel des Wilden Freigers. Vom Zustiegsweg, den wir zuvor gegangen waren, sahen wir wie ein Pärchen sich näherte. Die Frau erblickte uns und legte plötzlich einen heftigen Zahn zu, jedoch kam ihr Partner nicht hinterher. So hatte DF die Dame vor sich und ich hatte den Herrn hinter mir, wobei er recht langsam unterwegs war. Die Frau jedoch wurde auch deutlich langsamer, kaum dass das Gelände anspruchsvoller wurde, jedoch machte sie partout keine Anstalten uns vorbei zu lassen. 😑 Stattdessen meckerte sie mit ihrem Partner, dass er sich beeilen solle, wobei er sehr gequält antwortete, dass er bei dem Andrang nicht zwingend zum Gipfel müsse. Darauf wurde sie richtig giftig, weil er ihr das schließlich versprochen habe. Ich bin ehrlich, der arme Kerl tat mir aufrichtig leid, zumal er zu diesem Zeitpunkt bereits weit hinter uns zurückgefallen war.  |
| Der Weg zum Hauptgipfel mit der "Bremserin". |
An einer Stelle kurz unterhalb des Gipfels bot sich DF und mir die einzige Gelegenheit zum Überholen, da der Weg auf zwei Seiten um einen Felsvorsprung herumführte. So schafften wir es tatsächlich vor der Dame am Gipfel zu sein, an dem sich zu diesem Zeitpunkt (12:25 Uhr) bereits mindestens 20 Leute aufhielten! Damit hatten wir nicht gerechnet: wir hatte das gute Wetter, das Wochenende und die umliegenden Hütten wohl deutlich unterschätzt! 😨 Es reichte gerade so, um ein Gipfelfoto auf 3.418 m und ein paar Panorama-Aufnahmen zu machen, ehe wir zusahen, dass wir Land gewannen! So richtig genießen konnten wir den Gipfel des siebten der Seven Summits Stubai deshalb nicht. 😅 |
| Drei Maskottchen am Wilden Freiger. |
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| Team Stoffel am Wilden Freiger - Seven Sumit Stubai 7 von 7! 😁 |
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| Blick zum Signalgipfel und zum Becherhaus. |
Der Gipfelaufbau war für die Menschenmassen, die sich dort tummelten, viel zu schmal. Da nun auch die charmante Dame von zuvor eintrudelte, traten wir schleunigst den Rückzug an. DF und ich steuerten den Wegweiser unterhalb des alten Zollhäuschens an. Und auf diesem Abschnitt kam uns tatsächlich ein junger Mann ohne Rucksack, ohne Trinkflasche, dafür aber mit Barfußschuhen entgegen. Also, Sachen gab es...! 😶 |
| Gedränge ohne Ende! |
Um 13:00 Uhr waren wir wieder am Wegweiser angelangt und traten den direkten Abstieg zur Nürnberger Hütte über die Seescharte an. Zunächst führte der Weg über rotes Blockwerk zu einem äußerst steilen Schneefeld, das dank der Wanderstöcke gut passierbar war. Danach fanden wir uns auf einer ziemlich bröseligen Stufe wieder, an deren unterem Absatz ein Fixseil angebracht war. Und das Seil hatte dank des nassen und bröseligen Untergrunds durchaus seine Berechtigung. 😐 |
| Aussicht über den weiteren Abstieg. |
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| Das steile Schneefeld. |
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| Zum Glück mit Fixseil. |
Es folgte ein zweites, nicht ganz so steiles Schneefeld, das praktisch direkt in eine seilversicherte Passage überging. In der schrägen Platte waren Trittstifte angebracht. An sich wären diese nicht notwendig gewesen, doch durch den Schnee zuvor hatte man nasse, rutschige Sohlen, die auf dem Fels nur mäßig hielten. 😅 |
| DF im zweiten Schneefeld und das Drahtseil danach. |
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| Blick nach vorne und nach hinten. |
Nun folgte ein andauerndes Wechselbad der Gefühle: kleinere Auf- und Abschwünge mit Drahtseil, Gehpassagen auf dem Gratrücken oder holprige Stufen. Rechts unterhalb konnten wir auf den Freiger See blicken und hinter uns baute sich nach wie vor der Wilde Freiger auf, ohne dass er wirklich kleiner wurde. So richtig Streckte machte man hier irgendwie nicht  |
| Der weitere Wegverlauf. |
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| Rückblick zum Wilden Freiger. |
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| Der Freiger See. |
Gegen 14:00 Uhr befanden wir uns Vis à Vis mit dem Gamsspitzl. Unsere Planung hatte eigentlich vorgesehen, dass wir über den Verbindungsgrat direkt zum Gipfel gehen wollten. Laut einem Bericht aus dem Internet aus dem Jahr 2020 sollte dies auch möglich gewesen sein. Das Bild, das sich uns bot, sprach eine andere Sprache. Es hatte scheinbar vor nicht allzu langer Zeit einen Felssturz gegeben, so dass der Grat fürchterlich steil und brüchig aussah. Also folgten wir dem markierten Weg und fanden unsere These in der Senke unterhalb des Gamsspitzls bestätigt. Von jetzt auf gleich fanden wir keine Markierungen mehr, dafür aber ein riesiges Geröll- und Schuttfeld.  |
| So richtig ansprechend sah der Grat nicht aus - also hinab. |
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| Und weg waren plötzlich die Markierungen. |
Auf der anderen Seite der Senke konnte ich in einiger Entfernung Markierungen ausmachen. Äußerst mühsam und holprig querten wir zu einem sandigen Aufschwung, auf dem man zwei Schritte machte, nur um einen nach unten zu rutschen. Wir hatten ja zum Glück noch nichts in den Knochen an diesem Tag! 😵 Eine Dreiviertelstunde später standen wir am offiziell markierten Abzweig zum Gamsspitzl, aber aufgrund der fortgeschrittenen Stunde ließen wir den Gipfel links liegen. Weder DF, noch ich, konnten uns motivieren noch einmal fast 100 Höhenmeter aufzusteigen. 😅 |
| Vorher Geröll ohne Markierungen und nun Luxuswege. |
So folgten wir den Markierungen und dem deutlich besser werdenden Weg. Teilweise waren größere Steinblöcke wieder wie Treppenstufen angeordnet, was ein angenehmer Luxus nach dem Geholper zuvor war. Gegen 15:30 Uhr erreichten wir die Seescharte auf 2.762 m, an der man in Richtung Sulzenau-Hütte oder zur Nürnberger Hütte abbiegen konnte. Wir hielten uns nicht lange auf, sondern folgten den deutlichen Pfadspuren zur Nürnberger Hütte.  |
| In der Seescharte. |
Es folgten schottrige und teilweise rutschige, steile Serpentinen. Immer wieder hatten wir den schönen Freiger See im Blick, während wir nach unten eierten. Eine Stunde später, um 16:30 Uhr, fanden wir uns an dem Wegweiser wieder, an dem wir am frühen Morgen in Richtung Freiger See abgebogen waren. Die Rundtour war erledigt und vor uns lagen noch etwas mehr als sieben Kilometer und 1.000 Höhenmeter im Abstieg.  |
| Ein zäher Abstieg. |
Da wir beide nur noch "Feierabend" haben wollten und wir zudem noch ausreichend Vorräte hatten, kehrten wir dieses Mal nicht ein, sondern machten uns langsam an den Abstieg. Aber wir nutzten gerne die wenigen Bänke, um die Beine kurz zu entlasten. 😅 Nun war es nicht zwingend von Vorteil zu wissen, dass ein gutes Stück des Weges ins Langental unwegsam und holprig war. 😒 |
| Die Nürnberger Hütte kommt in Sicht - und später auch die Bsuchalm. |
Auf etwa 1.750 m hatten DF und ich unerwarteten Stau auf dem Weg. Eine Schafherde kam uns entgegen, drehte aber sofort um, als sie uns sah. Wir versuchten an ihnen vorbei zu laufen, was jedoch immer darin endete, dass die Herde eine Serpentine nach unten rannte, um dann dort im Weg stehen zu bleiben. 😅 Das Schauspiel wiederholte sich mindestens vier Mal, bis der Weg eine Ausbuchtung an der Seite hatte, in die sich die Tiere zurückzogen, so dass wir problemlos passieren konnten. Vorbei ging es an der ruhigen Bsuchalm und gegen 20:00 Uhr waren wir endlich am Parkplatz angekommen.  |
| Das hatte der Staumelder nicht vorhergesagt. 😂 |
Am nächsten Tag ließen wir es uns nicht nehmen und statteten dem Tourismusbüro von Neustift einen Besuch ab. Offiziell heißt es auf der Homepage zwar, dass man die entsprechenden Knipsstellen vorweisen muss oder eine bestimmte App braucht. In unserem Fall hat die äußerst freundliche Mitarbeiterin der Gemeinde ohne Probleme die gemeinsamen Gipfelfotos akzeptiert. Dafür gab es für uns beide jeweils eine Urkunde, eine Trophäe und ein sehr schickes T-shirt - und ein Foto für die Wall of Fame! 😁 DF und ich haben jetzt sozusagen ein kleines "Bergdiplom". 😎
Ein Video von DF wird es natürlich auch geben und hier verlinkt, sobald es online ist. 😆
Fazit zur Tour:
Das war er nun der letzte der Seven Summits Stubai und seinen Titel "Der Fordernde" hat er mehr als verdient! 😅 Zumindest, wenn man den Wilden Freiger als Tagestour machen möchte, ist er egal von welcher Richtung lang und anstrengend. Wem das zu viel ist, der kann auf einer der vielen Hütten in der Umgebung nächtigen, das entschärft die Plackerei ein wenig.
Die Strecke an sich bedarf keiner überragenden Kletterkünste und zumindest bei unserer Variante kein Gletscherequipment. Beworben wird vor allem der direkte Anstieg von der Nürnberger Hütte für den Auf- und Abstieg. DF und ich waren am Ende froh, dass wir den Gipfel so angegangen waren wie wir ihn angegangen sind. Der Abstecher über den Freiger See und den Roten Grat waren wunderschön und was Strecke und Höhenmeter anging nur unwesentlich länger. Der direkte Weg ist ein Weg, aber optisch ansprechend fanden wir ihn nicht, eher zäh und zermürbend. 😅 Dafür gab es als Bonus auf dieser Tour noch einen richtig coolen Lost Place! 😍
Und ich gebe ehrlich zu, dass ich an diesem fordernden Gipfel deutlich mehr Ruhe erwartet hatte. In meinem Kopf hatte ich mir vorgestellt wie DF und ich (fast) alleine am Gipfel sitzen und den letzten der Seven Summits Stubai einfach nur genießen können. Das ist durch die Massen dort total untergegangen. Aber abgesehen davon war es eine wunderschöne Tour, die wir jedem konditionsstarken Bergsteiger nur nahe legen können! 😎
Bis zur nächsten Schandtat! 😄
Eure Katharina
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