Montag, 5. November 2018

Auf königlichen Pfaden - Königsschloss Schachen

Hi! 😊

Da DF und ich an unserem eigentlichen Hochzeitstag durch unseren "Spaziergang" auf dem Jubiläumsgrat nicht mehr zu einem Hochzeitskuchen gekommen waren, hatten wir beschlossen, diesen am Folgetag nachzuholen. 

Natürlich hätten wir in aller Ruhe in ein gemütliches Café gehen können, aber wir hatten uns dazu entschieden, uns diesen Kuchen zu verdienen. 😊 Deshalb machten wir uns am 13.09.18 auf den Weg zum Schachenhaus auf 1.866 m. Um einfach nur die Tour zu genießen, hatte DF beschlossen, an diesem Tag auf die Kamera zu verzichten, weshalb es kein Video von dieser Wanderung geben wird. 

Unser Tagesziel: Das Jagdschloss am Schachen


Wir starteten um etwa 06:30 Uhr am Olympia-Stadion in Garmisch-Partenkirchen. Über altbekannte Wege marschierten wir zur Partnachklamm, die inzwischen wieder begehbar war. Da wir durch die vielen Urlaube den direkten Vergleich hatten, fiel uns auf, dass es in der Partnachklamm keine Beleuchtung gab - im Gegensatz zur Höllentalklamm, die viel abgelegener und schwieriger zu begehen ist. Da durch die Gischt alles schön rutschig war, gab es definitiv angenehmeres zum Laufen. 😒
Auf dem breiten, langweiligen Fahrweg ging es ziemlich unspektakulär weiter in Richtung Bockhütte. Nach etwa einer Stunde und 50 Minuten erreichten wir die Stelle, an der der Weg sich teilte. DF und ich gingen nach links in Richtung Oberes Reintal/Schachen/Meilerhütte. Der Schilderwald konnte zwischendurch ein wenig verwirrend sein...😅

Schilderwahnsinn in deutschen Wäldern. 
Nach dieser Abzweigung wurde der Weg deutlich steiler und schmaler. Der Pfad führte eine ganze Weile nach Südost, ehe er einen scharfen Linksknick machte und in Richtung Nordost am Hang entlang ging.


Bachlauf im Oberen Reintal
Wären wir dem Weg weiter geradeaus gefolgt, wären wir zur unbewirtschafteten Oberreintalhütte gelangt, die bei Kletterern sehr beliebt ist, um sich beispielsweise an der Schüsselkarspitze zu versuchen. Da DF und ich es jedoch wirklich gemütlich angehen lassen wollten, ließen wir die steilen Wände mit ihren VI-er-Routen und härter hinter uns zurück. 


Schüsselkarspitze und Oberreintalhütte
Der schmale Pfad querte sehr lange am Hang und führte schließlich in engen Serpentinen steil nach oben. Da der Weg zum Teil immer wieder einen Bachlauf kreuzte und es in der Vergangenheit etliche Muren gegeben hatte, war der Pfad nicht selten einfach weggebrochen. An einigen Stellen war mit Trittstiften nachgeholfen worden, um das Weiterkommen zu erleichtern. Doch ganz gleich wie suboptimal die Wegqualität hier und da auch war, der Ausblick auf das Reintal in Richtung Zugspitze war genial. 😍 


Blick in Richtung Zugspitze
Kurz unterhalb des Schachens kamen wir leider aus dem Schatten in die Sonne, so dass wir unser Tempo ein wenig drosseln mussten. Obwohl eher wolkiges Wetter vorausgesagt worden war, knallte die Sonne nämlich ganz gut vom Himmel. 

Und dann erreichten wir endlich wieder einen meiner Lieblingsorte im Wettersteingebirge - das Schachenschloss. 😊 Das Jagdschloss hatte sich Ludwig II erbauen lassen und im Gegensatz zu Neuschwanstein ist es nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar. Aus diesem Grund halten sich die Besucherzahlen in Grenzen. DF und ich hatten unsere Ankunft gerade richtig getimet und erwischten die Elf-Uhr-Führung, die mit insgesamt sieben Teilnehmern ziiiemlich voll war. 
Ich hatte auch schon Führungen erlebt, bei denen man mit dem Museumsführer zu dritt gewesen war. 😆 ...obwohl ich das Schloss bereits fünf Mal besichtigt hatte, war es wie immer faszinierend anzusehen. Die unteren Räume passten  zur Optik eines Jagdschlosses, aber im Obergeschoss erwartete den Besucher eine Überraschung der besonderen Art. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. 😉


Das Tagesziel kommt immer näher. 😊


Das Schachenschloss von vorne.
DF und ich gönnten uns im Anschluss unseren wohlverdienten Hochzeitskuchen und jeder eine heiße Schokolade im Schachenhaus. 😋
Danach machten wir uns wieder an den Abstieg, der immerhin noch gute 10 km der insgesamt 23 km langen Strecke betrug. 


Drei Stoffel vor dem Schachenschloss.
Ein gutes Stück liefen wir auf dem Königsweg, den Ludwig II früher samt Kusche und Entourage genutzt hatte, bis wir auf den schmaleren Kälbersteig abzweigten. Der Kälbersteig war an einigen Stellen seeehr steil und bestand zumindest im unteren Teil aus gefühlt tausend Treppenstufen. Nach gut zwei Stunden erreichten wir wieder die Kreuzung zum Eingang der Partnachklamm, wo wir uns eine kurze Pause gönnten. 


Blick zurück zum Schachen
Im Anschluss ging es ohne größere Umwege durch die Partnachklamm direkt zurück zum Auto, da sich in unserem Rücken bereits die Wolken auftürmten. Als wir keine zwei Stunden später wieder in der Ferienwohnung saßen, tobte bereits ein heftiger Sommersturm. ...und wieder mal hatten wir perfektes Timing gehabt. 😅


In der Partnachklamm. 
Fazit zur Tour:
Die Tour war vor allem durch die bloße Länge von 23 km anspruchsvoll, zumal sie an einigen Stellen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderte. Wer auf einfacheren Wegen zum Schachen gelangen möchte, sollte nicht unsere Route, sondern den Aufstieg von Elmau über die Wettersteinalm wählen. 
Allein die Ausblicke über das Obere Reintal und zur Zugspitze sind die Quälerei  allerdings wert. 😊 Und zusätzlich zum Sportprogramm hat man am Schachenschloss noch etwas Kultur und Geschichte, die durchaus faszinierend und überraschend sind.
Und DF und ich hatten noch eine sehr interessante Erkenntnis: So lahm sind wir gar nicht! 😆 Wir haben nicht selten an unserem Tempo gezweifelt, aber bei dieser Tour haben wir gemerkt wie viel Strecke wir in welcher kurzen Zeit machen können, wenn mal nicht die Kamera alles vordiktiert. Das Filmen hält also doch deutlich mehr auf als erwartet. 
Insgesamt eine wunderschöne Tour mit tollem Wetter und ein wunderbarer Abschluss für unsere Flitterwochen. 😉

Die Bergsaison ist inzwischen für uns leider erstmal beendet, aber uns werden sicher noch genug Dummheiten einfallen. 😁

In diesem Sinne: Bis zur nächsten Schandtat!

Eure Katharina 

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