Mittwoch, 24. Juni 2026

Abenteuer-Tour über Bad Reichenhall - Goldtropfsteig und Mittelstaufen

Hi! 😁

DF und ich wollten mit dieser Tour ausnahmsweise "Katastrophen-Tourismus" betreiben. 😅 Der Goldtropfsteig hatte bereits im Jahr 2024 und auch anfangs 2025 zu etlichen Schlagzeilen aufgrund zum Teil sehr spektakulärer Bergwacht-Einsätzen geführt, bei denen Personen meist im Abstieg nicht mehr weitergekommen waren. 
Blick vom Hochstaufen auf das Reichenhaller Haus (Staufenhaus). 😊
Da uns der Hochstaufen durch den Pidinger Klettersteig und den Steinernen Jager durchaus ein Begriff war, waren DF und ich neugierig geworden, was dieser weitere Steig hinauf auf den Hausberg von Bad Reichenhall zu bieten hatte. 😄 Und die zusätzliche Info, dass der Goldtropfsteig ein nicht gewarteter Steig sein sollte, steigerte zusätzlich unser Interesse. 😅

Vorab ein paar Infos zum Goldtropfsteig: Der Steig wird nicht mehr gepflegt und ist mit leichter Kletterei und einigem an Absturzgelände eine anspruchsvolle Unternehmung. Darüber hinaus gibt es keinen einzigen Wegweiser, der zu diesem alten Steig leitet. Es handelt sich um den direktesten Aufstieg in der Südflanke des Hochstaufens, der an der sehr markanten Goldtropfwand vorbeiführt. 
Blick hinauf zum Tagesziel.
DF und ich starteten gegen 08:30 Uhr an einem kleinen, kostenpflichtigen Parkplatz oberhalb von Nonn. Uns erwarteten 10,5 km und etwa 1.250 Höhenmeter, was nach einem machbaren Tagespensum klang. Bereits vom Parkplatz konnten wir den Gipfel des Hochstaufens mit dem vorgelagerten Reichenhaller Haus sehen. An sich sah es gar nicht mehr sooo weit aus. 😂
Schilder- und Zeiten-Chaos auf nur wenigen hundert Metern. 😅
Kurz nach dem Parkplatz erwartete uns erst einmal Schilder-Chaos. Wir fanden drei Wegweiser mit drei verschiedenen Zeitangaben, wobei der älteste Wegweiser eher geschätzte Zeiten angab. Was auch immer da jetzt stimmen sollte. 😅 Wir folgten dem gut ausgebauten und markierten Weg über die Bartlmahd hinauf zur Padinger Alm, die aktuell nicht mehr geöffnet hat.
Der einfache Weg zu Beginn. 


In der Nähe der Padinger Alm hat es teilweise seltsame Schilder...
DF und ich folgten weiter der Beschilderung in Richtung Hochstaufen. An einem Abzweiger ging es für die Fans des Steinernen Jagers geradeaus und für die anderen Gipfel-Aspiranten links weg. DF und ich bogen links ab, nur um nach nicht einmal 100 m auf einen kleinen, unscheinbaren Pfad rechts im Wald abzuzweigen. Wir hatten den Einstieg zum nicht angeschriebenen Goldtropfsteig gefunden. 😄
Der unscheinbare Abzweiger zum Goldtropfsteig.
Der Weg war schmal, aber gut erkennbar und so folgten DF und ich den eindeutigen Spuren. Im Bergwald führten sie stetig hinauf und es dauerte nicht lange, bis wir rote Markierungen entdeckten. Die gab es ab diesem Zeitpunkt mehr oder weniger regelmäßig, aber immer an den passenden Stellen. DF und ich stiegen in der sengenden Sonne bergauf und so langsam wurde uns klar, weshalb der Goldtropfsteig hieß wie er hieß. Die "goldene" Sonne scheint unbarmherzig auf einen herab und es "tropft" der Schweiß. 😂 Das war unsere laienhafte Interpretation. 😅
Easy going - die Hitze sieht man zum Glück nicht. 😂

Ein gut markiertes Labyrinth durch den Bergwald.
Der Wald wurde etwas lichter und die Markierungen führten uns zuverlässig weiter. An eventuell kritischen Stellen waren sehr eindeutige Pfeile angebracht. Zusätzlich hatten wir wenige hundert Meter vor uns zwei weitere Bergsteiger entdeckt, die als Orientierungshilfe praktisch waren, fürs Filmen allerdings weniger. 😅 Wir stiegen weiter hinauf, querten ein wenig, stiegen wieder auf, während der Fels immer mehr den Wald ablöste und das Gelände mit jedem Schritt offener wurde. Die Aussicht auf den gegenüberliegenden Predigtstuhl war hier bereits gigantisch. 
Es gab Markierungen, man musste sie nur finden. 

Das erste Mal Aussicht. 😄
Schmale Geröllbänder wechselten sich mit erdigen Pfadspuren durch steile Wiesenhänge ab, während sich über uns senkrecht die Steilwände des Hochstaufens auftürmten. Wir gingen direkt unterhalb der Felswände entlang und die Wegführung wurde rutschiger und brüchiger. In einem steilen Geröllfeld machte der Pfad schließlich einen scharfen Knick nach links und querte auf einer Schotterstufe zwischen den steilen Wänden. 
Das Gelände wird anspruchsvoller.

Die Querung unter den Steilwänden.

Ab hier hieß es: Helme auf! 
Das war der Zeitpunkt, an dem DF und ich beschlossen die Helme anzuziehen, denn nach Wohlfühlgelände sah das nicht mehr aus. Wir wurden in dieser Einschätzung sehr schnell bestätigt, als von dem Geröllfeld vor uns plötzlich zwei fußballgroße Brocken über die Steilwand herunterschossen, unter der wir vor fünf Minuten noch gelaufen waren. Gegen diese Klötze hätte auch ein Helm nicht mehr viel ausrichten können! 😱
Steil ist es und halten tut gar nichts...
Nun folgte definitiv der unangenehmste Teil der ganzen Tour. Vom Farbfleck wussten wir, dass es am Goldtropfsteig vor einigen Jahren einen Felssturz gegeben hatte, der den eigentlichen Pfad unter sich begraben hatte. Es sah so aus, als hätten wir diese Stelle erreicht. 
DF und ich stiegen quer in dem feinen, steilen Gebrösel hinauf. Hier hielt wirklich kein Stein auf dem anderen und wenn man die ganze Zeit im Hinterkopf hatte, dass links nur wenige Meter weiter eine fast senkrechte Abbruchkante wartete, war das nicht gut für den Kopf. 😓 DF und ich folgten den letzten Markierungen und schlechten Pfadspuren, bis wir inmitten des riesigen und steilen Geröllfelds standen. Nicht weit über uns befanden sich die anderen beiden Bergsteiger, allerdings ohne Helme und Stöcke. 
Die zwei Bergsteiger über uns und eine alte Markierung vor uns.
DF und ich hielten kurz an, um uns zu orientieren. Eine alte Markierung lag schräg vor uns, aber wie man von dieser aus weiter gehen sollte, erschloss sich in dem abweisenden und steilen Gelände nicht. Plötzlich fragten uns die zwei Männer, ob wir wüssten, wo es lang ginge. Wir deuteten grob in die Richtung, in der wieder ein Pfad erkennbar war und ernteten nur ein patziges "Das wissen wir auch!". Sie setzten ihren Weg schließlich ziemlich rücksichtslos fort. Durch Zufall konnten DF und ich sehen, dass die beiden Steine losgetreten hatten und schmissen uns nur noch flach auf den Boden. Eine Warnung der anderen Bergsteiger hatte es nicht gegeben, was mich zu diesem Zeitpunkt bereits tierisch aufregte. 
Wir querten zu der alten Markierung und fanden uns in äußerst steilem Gelände wieder. Der Untergrund war eine Mischung aus abschüssigen Platten, Gras und feinster Bröselauflage. DF folgte den Platten nach oben, was mir nach wenigen Schritten zu steil wurde, weshalb ich es vorzog nach links zu queren. Keine zwei Sekunden später rief er mir zu, dass ich ihm besser nicht folgen sollte. So traversierte ich auf dem instabilen Untergrund nach links und fand den sichersten Halt teilweise an Grasbüscheln (leider kein Scherz...). Ich war etwa drei Meter weiter links als DF, als er einen fußballgroßen Stein los trat, der mich durch die seitliche Verschiebung zum Glück verfehlte. 
Es mochten nur zehn oder fünfzehn Meter gewesen sein, aber mir kamen sie deutlich länger vor. Wie in Zeitlupe tastete ich mich vor und war unendlich erleichtert, als ich den umgestürzten Baumstamm und dahinter endlich wieder einen normalen Pfad erreichte. Ein Blick zurück zeigte mir, dass DF an einem Punkt angekommen war, an dem er nicht mehr absteigen konnte, weshalb er sich für die Flucht nach vorne und damit den direkten Aufstieg entschieden hatte. Sonderlich ansprechend sah diese Variante nicht aus und wir können euch hier schon sagen, dass wir sie niemandem empfehlen können! 
Ein Rückblick auf das abweisende Gelände. DF querte oberhalb des Baumes zu mir.
Die beiden Bergsteiger hatten es sich auf dem sicheren Weg für eine kurze Rast gemütlich gemacht. Einer von beiden wollte mit mir partout ein Gespräch anfangen, was ich unter anderen Umständen auch gerne gemacht hätte. Nur beobachtete ich gerade DF, der es über den Absatz geschafft hatte und sich dem Wandfuß näherte, während er mich fragte wie er am sichersten zu mir queren konnte. Mein Fokus lag verständlicherweise darauf DF zu lotsen und egal, ob er oder ich sprachen, ständige quasselte mir der andere Mann rein. Ich hatte in dem Moment echt besseres zu tun, als Fragen zu beantworten, ob wir auch Kletterer wären! 😡 Nur meine Manieren geboten es mir, dass ich ihn nicht anbrüllte, er möge den Mund halten! 😠 Vor allem, als er eine regelrechte Liste unserer bisherigen Touren hören wollte, als ob wir eine Art Absolution benötigten. Ich war in Anbetracht dieser Ignoranz dermaßen geladen! 
Aber so ignorierte ich sein Gequatsche nach Möglichkeit und beschrieb DF den einfachsten Weg von seinem Standpunkt zu meinem. Interessanterweise zogen die anderen beiden Bergsteiger von dannen, als DF kurz darauf bei mir eintraf. Auf diesen Schrecken brauchte ich erst einmal Schokolade! 😅 
Von hier oben sahen wir uns das Geröllfeld noch einmal an und erkannten den einfachsten Weg. Wenn man sich mittig befindet, sollte man nicht zu der alten Markierung gehen. Stattdessen war es wohl sicherer in dem groben Geröll weiter zu dem umgestürzten Baum aufzusteigen. Das sollte einem einige Scherereien ersparen...

Nachdem DF und ich uns kurz ausgeruht hatten, setzten wir unseren Weg fort. Unser nächstes Ziel war eine Höhle, die im Kartenprogramm eingezeichnet war und sie befand sich keine 20 m weiter, etwas rechts vom Weg. Riesig war das Gewölbe nicht, aber als temporärer Unterstand taugte sie im Notfall allemal. 
Höhle Nummer 1 auf dieser Tour.
Nun ging es weiter zur sogenannten Goldtropfwand. Es handelt sich um einen kleinen Klettergarten mit Aussichtsbank, Wandbuch und zahlreichen Gedenktafeln. Mir persönlich wäre es wie ein Frevel vorgekommen hier zu klettern und auf mich wirkte der Ort vor allem traurig, auch wenn die Aussicht noch so schön war. 😥
Die Goldtropfwand mit dem Wandbuch in der Felsnische links.
Wir folgten den zum Teil verblassten Markierungen und den Pfadspuren, die im hohen Gras nicht immer leicht zu erkennen waren. Der Goldtropfsteig war ab dieser Stelle ein Wechselspiel aus steilen Querungen und Felsstufen. An manchen Stellen mussten wir sehr aufmerksam suchen, um den weiteren Wegverlauf oder die nächste Markierung zu finden, darüber hinaus blieb das Gelände durchgängig steil und anspruchsvoll. Fehltritte waren auch hier an keiner Stelle eine Option. 
Typisches Gelände im Steig.

An den wichtigsten Stellen zumindest mit markanten Markierungen.
So schlängelten DF und ich uns langsam aber stetig an dem steilen Südhang hinauf, während die September-Sonne uns brutzelte. Die Latschen brachten auch keine Linderung, da sie zu klein waren, um Schatten zu spenden, die Hitze aber gnadenlos speicherten. 😅 
Na, wer erkennt den Weg? 😄

Und wir haben wieder aufgeschlossen.
In einer weitläufigen Gras- und Felsrinne hatten wir die anderen beiden Bergsteiger wieder eingeholt, die eine kurze Pause machten. DF und ich schlossen zügig zu ihnen auf, doch kaum waren wir auf gleicher Höhe, setzten sie ihren Weg fort und machten keinerlei Anstalten uns auf dem schmaler werdenden Pfad vorbei zu lassen. DF schaffte es schließlich sich vorbei zu mogeln, aber ich hatte für etliche Meter das Nachsehen. Ich möchte niemandem Absicht unterstellen, aber bei einem der beiden hatte ich mehrfach das Gefühl, dass er mir mit Absicht den Weg versperrte. 😶
DF in einer der kleinen Kraxelstellen.

Steil und rutschig...
Schließlich schaffte ich es auch mich an einer geeigneten Stelle mit etwas Tempo vor die beiden Männer zu bringen, um wieder zu DF aufzuschließen. Nun stiegen wir zügig weiter auf und fanden uns bald unterhalb der offiziellen Schlüsselstelle, einer Rampe mit Schwierigkeit UIAA I+, wieder. Doch zuerst galt es die zweite Höhle zu erkunden, die wir im Kartenmaterial entdeckt hatten. Ein kleines Stück links unterhalb der Rampe befand sich ein kleiner Unterstand, der zumindest für zwei hockende Menschen im Notfall etwas Schutz geboten hätte. 😅
DF in der kleinen Höhle und die Schlüsselstelle der Tour.

DF in der Genuss-Rampe.
Nun ging es zügig die Rampe hoch, die aus unserer Sicht nicht schwerer war als viele Stellen zuvor. Im Gegenteil: diese leichte Kletterei war ein Genuss. 😁 Danach ging es auf schmalen Pfaden durch die immer dichter werdenden Latschen, teils schottrig, teils grasig. Nicht sehr viel später hatten wir an einem steileren Stück die dritte Höhle gefunden, wobei die für einen Menschen komplett ungeeignet war. Noch ein paar kurze, steile Aufschwünge folgten, ehe das Gelände etwas abflachte und der Weg deutlich leichter durch das Latschengewirr führte. 
Auch hier oben gab es noch blasse Markierungen.

Die Tiefblicke bleiben beeindruckend.

Die dritte "Höhle" - und es bleibt steil.
Um 12:45 Uhr war es soweit und wir hatten zumindest Aussicht auf das Reichenhaller Haus. Es folgte ein schmaler Pfad und ein etwas schottriger Aufstieg durch ein Geröllfeld, ehe wir uns auf der Bartlmahd, dem einfachsten Hauptweg zum Hochstaufen, wieder fanden. Damit war der Adrenalin-Part dieser Tour geschafft und wir hatten die "Zivilisation" erreicht. 😎
Das Staufenhaus zum Greifen nahe.

Zurück auf "zivilisierten" Wegen. 😂
Die letzten Meter zum Staufenhaus waren schnell zurückgelegt, doch bevor wir dort einkehrten, wollten wir zuerst auf den Gipfel des Hochstaufens. Um 13:10 Uhr war es geschafft und wir hatten das Gipfelkreuz auf 1.771 m erreicht! 😁 Die Fernsicht bis zum Chiemsee war genial und so war es geradezu ein Muss, dass wir uns ausgiebig mit Video- und Bildaufnahmen austobten. 😅 
Vorbei am Staufenhaus und der schönen Kapelle.

Gleich da! 😎

Team Stoffel am Hochstaufen - Klappe, die Zweite! 😁 Für Mini und Huhn war es Neuland! 😀
Am Gipfelaufbau hatten wir noch ein sehr interessantes Gespräch mit einer Einheimischen. Sie bestätigte uns in zwei Dingen: 
1. Am Goldtropfsteig ist ein Helm ein Muss.
2. Den Goldtropfsteig geht man im Aufstieg und auf keinen Fall im Abstieg.
Darüber hinaus meinte sie noch, dass sie die Tour auf keinen Fall alleine gehen würde, da sie den Steig für äußerst anspruchsvoll halte. 
Da fühlten DF und ich uns doch ein wenig bestätigt. 😄
Aussicht bis zum Chiemsee. 😍

DF im Abstieg zum Staufenhaus.
Nach diesem sehr kurzweiligen Aufenthalt am Gipfel stiegen wir die wenigen Meter zum Reichenhaller Haus ab, um dort von der grandiosesten Speisekarte der Alpen begrüßt zu werden! 😂 Für uns beide gab es Kuchen und eine spitzenmäßige Holunderschorle - auch wenn eine Dohle sehr stur versuchte Besitzansprüche an DFs Kuchenstück anzumelden. 😍😂
Man beachte den letzten Punkt der Karte - und den furchteinflößenden Wachhund. 😁

Legga!!! 😍

Das wissen die Dohlen aber wohl auch...😂

Die war ganz schön aufdringlich. 😅
Gegen 14:00 Uhr machten wir uns an den Abstieg über die Bartlmahd. Auf der Höhe des Ausstiegs vom Goldtropfsteig kam es vor unseren Augen fast zu einer heiklen Situation. Eine Bergsteigerin, die uns bereits durch ihr sehr unsicheres Gehen aufgefallen war, war vom Hauptweg auf dem Pfad zum Goldtropfsteig abgebogen und fragte uns plötzlich, ob dies der Abstiegsweg sei. Wir verneinten und zeigten ihr den richtigen Weg. Zu unserem Erschrecken meinte sie dann "Ach ja, da bin ich ja auch hergekommen!".  Das ließ uns ein wenig sprachlos zurück...😶 Gleichzeitig zeigte es uns wie unbedachte Wanderer von den Pfadspuren angelockt werden und im Abstieg in problematische Situationen geraten können...
Die äußerst gutmütige Bartlmahd.
Für DF und mich ging es in leichtem Auf und Ab auf der Bartlmahd weiter. Der breite und gut gangbare Weg war das, was wir als Renngelände bezeichnen. 😁
Beste Laune! 😎

Der Ausblick über den Staufenkamm bis zum Zwiesel.
Um 14:30 Uhr war es soweit und standen in der Scharte unterhalb des Mittelstaufens. Diesen Gipfel wollten wir unbedingt noch mitnehmen, staunten aber nicht schlecht angesichts der Steilheit und der Seilversicherungen vor uns. Auch nach dem Stahlseil blieb das Gelände durchaus abschüssig und anspruchsvoll. Die Bartlmahd verlief gefühlt senkrecht unter uns. Mit soviel "Würze" hatten wir gar nicht mehr gerechnet. 😅 Dafür war das grasige, weitläufige Gipfelplateau des Mittelstaufens eine regelrechte Wohlfühloase. 😄
Da durfte man überraschenderweise noch einmal ordentlich hinlangen.

Der Aufstieg bleibt anspruchsvoll.

Fast oben.
Etwa zehn Minuten nach dem Abzweiger war es geschafft und wir hatten die 60 Höhenmeter bis zum Gipfel des Mittelstaufens auf 1.657 m zurückgelegt. Dieser unscheinbare Gipfel war umwerfend. Er bot eine wunderbare Aussicht, lag total idyllisch und wir waren mutterseelenallein...😎
Das Gipfelplateau des Mittelstaufens.

Team Stoffel am Mittelstaufen.
Eine knappe Viertelstunde später machten wir uns auf den Rückweg in die Scharte. Im Abstieg war diese kurze Passage recht anspruchsvoll und wir waren beide froh, als wir wieder auf der Bartlmahd standen. 😀
Zurück am Hauptweg. 😄
Wir folgten dem gut ausgebauten und gutmütigen Weg stetig abwärts. Das Gelände wurde nie wirklich anspruchsvoll und der Pfad führte abwechselnd durch Waldpassagen und über offenes Gelände. Gegen 15:45 Uhr erreichten DF und ich eine herrlich gelegene Pausenbank auf etwa 1.250 m. Da wir keine Eile hatten, nutzten wir die Gelegenheit, um die Beine zu entspannen und die Aussicht zu genießen. 😄
Traumhaft leichtes Gelände.

Der Schatten zwischendurch war sehr angenehm. 

Ob die noch hält...? 

Sie hält - und wie! 😎
Der Weiterweg blieb ähnlich unspektakulär, so dass wir gegen 16:55 Uhr einen der vielen Abzweiger vom morgendlichen Aufstieg erreichten. Nun ging es auf altbekannte Pfaden vorbei an der Padinger Alm und wieder zurück zu unserem Auto, das wir circa eine halbe Stunde später erreichten. 
Wunderschöne Waldpfade.

Die Stelle mit dem Felssturz - dort ging es für uns hinauf.

Ein Video von DF ist natürlich bereits in der Mache und wird hier verlinkt werden. 😀


Fazit zur Tour:
Der Goldtropfsteig als Aufstieg zum Hochstaufen ist definitiv keine Anfänger-Route. Der Pfad erfordert Orientierung, Trittsicherheit, leichte Kletterfähigkeiten, Gefühl fürs Gelände und vor allem auf dem Geröllfeld einiges an Mut! Da sollte man sich wirklich nur als versierter Bergsteiger dran wagen! 
Für uns war er ein spannendes Abenteuer, auch wenn an einer Stelle etwas weniger Adrenalin durchaus gereicht hätte. Davon abgesehen bietet er eine interessante und eher einsame Route auf einen sehr beliebten und viel begangenen Gipfel. 😄 An heißen Sommertagen ist vom Goldtropfsteig allerdings abzuraten, wenn man nicht gaaaanz früh startet. Denn selbst Mitte September wurden wir dort noch gut durchgebacken. 
Nach unserem Erlebnis mit der Wanderin an der Bartlmahd war für DF und mich klar wie einige Tourengeher aus Versehen auf dem Steig landen konnten. Und auch die vielen Bergwacht-Einsätze in dem äußerst anspruchsvollen Gelände waren für uns nach dieser Tour nachvollziehbar! 😶
Der Goldtropfsteig ist ein Abenteuer nahe der Zivilisation, aber man sollte wissen, worauf man sich einlässt. 
Die Bartlmahd zum Hochstaufen ist dagegen angenehmes Renngelände und dem Berg-Neuling eher nahe zu legen. 😀 Der Mittelstaufen dagegen will von der Seite, von der aus wir aufgestiegen sind, noch einmal verdient werden und fordert wieder den Allrounder. 😎


Bis zur nächsten Schandtat! 😀

Eure Katharina 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen