Hi! 😀
Eines der großen Ziele von DF und mir für unseren Urlaub im Berchtesgadener Land war die Wiederroute auf die Watzmann-Mittelspitze. Und nachdem das Wetter sich endlich stabilisieren sollte, hatten wir bereits die Rucksäcke für dieses Abenteuer gepackt, als ich zufällig auf dem Instagram-Account des Matrashauses Liveaufnahmen mit einem satten Schneesturm erblickte. An dieser Stelle ganz liebe Grüße an den super coolen Wirt vom Matrashaus, deine Beiträge und Fotos sind Gold wert! 😄
Da der via Luftlinie nur 20 km entfernte Hochkönig mit dem Matrashaus nur unwesentlich höher ist als der Watzmann, begann das große Grübeln über ein Alternativziel. Eine Kletterei bis UIAA III wollten wir nach Möglichkeit bei sicheren Bedingungen durchführten. Die Wahl fiel schließlich auf das Hohe Brett (2.340 m) und den Hohen Göll (2.522 m), die man von unserer Ferienwohnung aus sehr eindrucksvoll bewundern konnte. Mit dieser geringeren Höhe sollte der Schneekontakt sich hoffentlich in Grenzen halten, oder? 😉
Start war um 07:20 Uhr am Parkplatz Hinterbrand oberhalb von Schönau. Dieser Parkplatz dürfte auch einer der höchstgelegenen in dieser Gegend sein, befindet er sich immerhin auf 1.130 m und erspart einem damit etliche Höhenmeter. 😅
Was uns jedoch sofort auffiel: auf keinem der Wegweiser am Parkplatz war eines unserer Tagesziele angeschrieben. Na, das konnte ja heiter werden...
Für ein kurzes Stück schwammen DF und ich mit den Menschenmassen, die sich auf dem Fahrweg in Richtung Königssee und Gotzenalm bewegten, ehe wir auf einen kleinen Steig in den Wald abzweigten. Laut Track sollte es über diesen Weg zu unserem ersten Ziel, der Brettgabel, gehen. Der Pfad war gut ausgetreten und problemlos erkennbar, aber an keiner Stelle markiert - und das sollte auch so bleiben. 😶
Konstant steil und einfach führte der Pfad im Wald nach oben und offenbarte an einigen lichten Stellen phänomenale Ausblicke auf einen angezuckerten Watzmann und einen vollkommen im Nebel verschwundenen Königssee. Die weiße Pracht, die deutlich auf den Wiederbändern lag, bestätigte uns darin, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. 😅
Gegen 08:10 Uhr ging es über eine provisorische Treppe offiziell ins Weidegebiet und gleichzeitig begann der wohl matschigste Anstieg, den DF und ich jemals absolviert hatten. Denn was weiter oben als Schnee herabgefallen war, war hier unten Regen gewesen und hatte die Wege bis zur Unkenntlichkeit aufgeweicht. Ohne Stöcke wäre an einigen Stellen fast kein Vorwärtskommen möglich gewesen. Und obwohl der Weg nicht ausgeschildert war, war er bei den Einheimischen offenbar sehr beliebt, denn für die nächsten zwei Stunden fühlten wir uns wie auf einer Autobahn - und hörten fast nur lokalen Dialekt. 😅
In steilen, schlammigen Serpentinen schraubten wir uns in der Wiese nach oben, während die Kühe und neugierig beäugten. Die Aussicht auf Jenner und Watzmann wurden mit jedem gewonnenen Höhenmeter schöner. 😊
Erst eine Stunde später mischten sich erste Felsen in der nassen Erde dazu und machten deutlich, dass wir in den Bergen waren. Um 09:20 Uhr befanden wir uns auf knapp 1.630 m und der Weg querte aus der Wiese heraus nach links unter dem steilem Wandfuß entlang. Wie auch immer es hier hoch gehen sollte?! Denn sonderlich gangbar sah das Gelände nicht aus.
Nun folgte ein bizarrer Mix aus Matsch, grobem Schotter, Gemüse...äh Pflanzen und leichteren Felsaufschwüngen. Bei trockenem Wetter war dieser Weg sicher ein Genuss, doch bei Nässe erforderte er volle Konzentration. Die Abbrüche zu unserer linken Seite waren steil und verziehen keinen Rutscher. Um 09:55 Uhr hatten wir den kaum erkennbaren Abzweiger zur Brettgabel erreicht und folgten dem unauffälligen Pfad, so dass wir um 10:00 Uhr unser erstes Gipfelziel, die Brettgabel mit 1.805 m erreichten! 😎
Dieser kleine und aus der Ferne fast unsichtbare Gipfel war eine herrliche Aussichtskanzel auf das Kehlsteinhaus, den Königsee und Watzmann sowie den benachbarten Jenner, hinter dem frech die Königin des Steinernen Meeres, die Schönfeldspitze, hervorlugte. Auch der nächste Gipfel, das Hohe Brett, war bereits gut zu erkennen. Aber bis dorthin lag noch etwas Arbeit vor uns. 😅
Nach einer kurzen Gipfelrast und gefühlt tausend Aufnahmen setzten wir um 10:30 Uhr unseren Weg fort. Zurück ging es zu dem unauffälligen Abzweiger, an dem wir nun nicht hangabwärts, sondern in Richtung Hohes Brett weiter gingen. Der Weg war so zugewuchert und klein, dass man problemlos an ihm hätte vorbeilaufen können. Noch dazu gab es nach wie vor nicht eine Markierung oder einen Wegweiser.
Nun kamen DF und ich in die Latschen hinein, zwischen denen sich der Pfad besser erkennbar und sehr pfiffig hindurch schlängelte. Es ging einige steile Stufen und Absätze hinauf, bis wir auf einem ersten Wiesenrücken standen. Die Aussicht in Richtung Watzmann war wunderschön, aber die zum benachbarten Göll war noch grandioser. Nur staunten wir nicht schlecht, als wir sahen, dass auch der Hohe Göll ordentlich mit Schnee bedeckt war. Er wirkte mehr wie ein Gipfel aus dem Himalaya und nicht wie ein harmloser Gipfel der Berchtesgadener Alpen. 😅 Und nochmal fühlten wir uns in unserer Entscheidung bestätigt, dass es gut gewesen war an diesem Tag auf den Watzmann zu verzichten...😶
Nun folgte ein beständiger Wechsel aus kleinen Gras-Plateaus und leichten Stufen mit Latschen und Fels, bis wir den gigantischen Wiesenrücken des Hohen Bretts erreichten. Laut Kartenmaterial sollte es zwei Wege geben, die beide zum Gipfel führten. Nach wie vor gab es nicht mehr als Pfadspuren und diese führten ziemlich eindeutig auf dem unteren der beiden eingezeichneten Wege entlang. Für den oberen und kürzeren Weg, für den wir uns entschieden hatten, fanden DF und ich die gesamte Zeit über keine klare Spur oder Linie. Da das Gelände es problemlos hergab, stiefelten wir halb dem Track und halb der Nase nach. 😅
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| Die Wiesen- und Latschenabsätze auf dem Weg zum Hohen Brett. |
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| Eine unscheinbare Aussichtsbank. |
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| DF am weitläufigen Wiesenrücken. |
So tigerten DF und ich quer über die leicht geneigte Wiese, bis wir einen großen Graben erreichten, der den Hang förmlich durchschnitt. Zum Glück sah die Geländeformation schlimmer aus als sie tatsächlich war und so fanden wir ohne Probleme eine Stelle zum Queren. Auf der anderen Seite entdeckten wir nach langer Zeit erste Zeichen der Zivilisation in Form von Steinmännern. 😁 Wobei einige Steinmänner wohl eher Schneemänner waren, denn die weiße Pracht lag selbst auf dieser geringen Höhe bereits...
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| Der Graben am Wiesenrücken. |
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| Erste Steinmänner und eine Traumaussicht in einfachem Gelände. |
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| Ein Schneemann? 😅 Und noch mehr Schnee am Gipfelaufbau... |
Wirkliche Tritt- oder Pfadspuren gab es in der Gras- und Karstlandschaft vor uns nicht wirklich, doch wenigstens die Steinmänner wiesen den Weg. Kurz unterhalb des Gipfels hatten wir eine geschlossene "Zucker"-Decke, für eine Schneedecke war die Auflage dann doch zu dünn. 😅
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| Suchbild: Wo ist DF in diesem Labyrinth? 😀 |
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| Soviel dazu, dass wir schneefrei auf einen Gipfel wollten. 😂 |
Um 12:50 Uhr war es geschafft und wir hatten mit dem Hohen Brett auf 2.340 m unser zweites Gipfelziel für diesen Tag erreicht. 😎 Der gesamte Gipfel des Berges war ein riesiges Plateau, auf dem das schöne Gipfelkreuz ein wenig verloren wirkte, aber dafür waren die Rundumblicke einmalig. 😄 Allerdings war gleichzeitig nicht zu übersehen, dass das Hohe Brett von der Jenner-Bahn aus ein leichtes Ziel war, so dass uns die Menschenmassen am Gipfelaufbau fast erschlugen. 😶
Natürlich gab es wieder einen ausgiebigen Foto- und Film-Stopp, ehe wir zum letzten Tagesziel aufbrachen. Laut dem Wegweiser auf dem Plateau trennten uns noch 2 1/2 Stunden über einen schwarzen Wanderweg vom benachbarten Hohen Göll. Rein optisch sah der andere Berg zum Greifen nah aus, aber die Optik täuschte hier extrem. 😅 Denn um überhaupt in die Scharte vor dem Hohen Göll zu gelangen, mussten DF und ich über einen langgezogenen Rücken einen weiten Bogen laufen.
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| Der Hohe Göll direkt voraus! |
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| Und noch ein "echter" Schneemann! 😊 |
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| Aussicht zum Hochkönig und dem Steinernen Meer. 😍 |
Der größte Unterschied auf dieser Etappe war, dass wir Markierungen hatten und diese in Übergröße und im Überfluss. Verlaufen war hier definitiv nicht mehr möglich. 😀 Wir folgten dem vorbildlich markierten Weg, der dadurch an einigen Stellen trotzdem nicht ohne war. Schneereste und Glatteis hatten kurze Passagen in interessante, kleine Abenteuer verwandelt. 😅 Die meiste Zeit lud das Gelände ein Strecke zu machen, während wir uns allmählich dem Göll näherten und zu unserer linken im Alpeltal bereits deutliche Spuren unseres späteren Abstiegswegs entdeckten.
An einem Wegstück zeigte ein deutlicher Pfeil nach rechts, aber es gab auch Pfadspuren geradeaus. Neugierig wie wir waren, schauten wir uns das Ganze kurz an, nur um festzustellen, dass der Pfeil nicht ohne Grund dort war. 😅 Es wäre sicherlich auch geradeaus gegangen, aber dafür um Welten steiler. Also ging es die wenigen Meter zurück und auf die andere Seite der Bergschulter. Es dauerte nicht lange und wir hatten die ersten Stahlseile an unserer Strecke. An einigen Ecken waren sie vielleicht mehr zur mentalen Beruhigung gedacht, an anderen Stellen dafür durchaus angebracht.
Wir kamen bei leichtem Auf und Ab und einem ständigen Mix aus Gehgelände und leichten, seilversicherten Passagen, gut voran. Zumindest die Scharte war deutlich näher gekommen und auch der Hohe Göll baute sich immer heftiger auf. Schließlich mussten DF und ich auf der Höhe des Großen Archenkopfs, den man am Normalweg umgeht, in einer kleinen Rinne etwa zehn Meter absteigen. Bei trockenen Gegebenheiten war diese Rinne sicher ein Riesenspaß. Doch am Tag unserer Tour war sie klatschnass und es gab etliche Stellen mit überfrorenem Schnee, die einem höchste Konzentration abverlangten.
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| Die gewaltige Karstlandschaft des Alpeltals versprach schon von oben einen interessanten Abstieg. |
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| Die Scharte kommt näher. |
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| Diese Rinne war nicht ohne. |
Danach querten wir noch einige Meter über ein großes Geröllfeld, ehe wir nach einer kurzen Stufe um 14:45 Uhr am nächsten Wegweiser unterhalb der Scharte standen. Angeblich trennte uns noch eine Dreiviertelstunde vom Gipfel des Hohen Gölls. Wir waren gespannt, ob diese Kalkulation stimmte...😅
Auf gut ausgetretenen und perfekt markierten Pfaden machten wir uns an den letzten großen Anstieg des Tages. Bereits hier bekamen wir im Rückblick mit wie weit der Weg vom Hohen Brett tatsächlich gewesen war. Da wunderte einen gar nicht mehr, dass wir dafür so lange gebraucht hatten.
Um 15:20 Uhr standen wir am Kuchler Kreuz auf dem Vorgipfel des Hohen Gölls. Der Hauptgipfel war inzwischen in Sichtweite und erschien gar nicht mehr weit, doch eine kleine Überraschung sollte es davor noch geben. 😅 Die Markierungen leiteten uns über den felsigen Bergrücken weiter, bis wir an einer sehr eigenwilligen Stelle angelangten. Es gab zwei schmale "Felsstege", um weiter zu gehen, wobei jeweils links und rechts mehrere Meter tiefe Löcher klafften. DF wählte den schmaleren Übergang auf der rechten Seite und ich den etwas breiteren auf der linken. Wäre es auf den Seiten jeweils nur zehn Zentimeter nach unten gegangen, hätte man sich darüber gar keine Gedanken gemacht, aber so war dieses Stück ein kleiner "Mind Fuck" - wie man so schön sagt. 😅
Ein kurzes Stück Gehgelände folgte und eine kleine Rampe, ehe wir es geschafft hatten. Um 15:40 Uhr standen wir auf dem Gipfel des Hohen Gölls mit 2.522 m und einem der schönsten Gipfelkreuze der Alpen. Seid doch ehrlich, dieser Bergkristall ist bildhübsch! 😍 Wir lagen damit zehn Minuten hinter der offiziellen Planung, aber das war durch Film und Foto bei uns fast Standard. 😂
| Team Stoffel am Hohen Göll. 😃 |
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| Mit Rasselbande natürlich. 😁 |
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| Traumausblicke zum Hohen Brett, dem Watzmann und dem Großen Hundstod. 😎 |
Am Gipfel war ziemlich viel Betrieb. Vor allem vom Mannl-Grat kam eine Gruppe nach der nächsten an. DF und ich nutzten eine kurze ruhige Phase, um uns photographisch am Gipfel auszutoben, ehe wir uns eine ruhige Ecke für eine Pause suchten. Während wir gemütlich unsere Vorräte dezimierten (ja, wir sind Fressmaschinen😂), hörten wir unfreiwillig zum Teil "erschreckende" Gespräche mit. Das persönliche Highlight waren zwei Damen, die in Richtung Hochkönig sahen und sich gegenseitig darin bestätigten, dass sie bis zu den Dolomiten blicken würden...😏
Nach einer guten halben Stunde machten wir uns an den Abstieg, wozu wir erst einmal wieder zurück in die Scharte mussten. Laut dem Wegweiser direkt am Gipfel trennten uns vom Parkplatz Hinterbrand über das Alpeltal nur noch drei Stunden. Das klang überschaubar und entsprechend motiviert marschierten wir zurück zum Wegweiser in der Scharte. Nur die kleine Psycho-Stelle vom Aufstieg bremste uns noch einmal kurz aus. 😅
Um 17:05 Uhr standen wir wieder an dem bekannten Abzweiger und folgten der Beschilderung ins Alpeltal. Noch 2 1/2 Stunden bis zum Parkplatz behauptete der Wegweiser, aber die Wirklichkeit würde anders aussehen, nur das wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. 😅
Neugierig wagten wir die ersten Schritte hinein ins Alpeltal, eine faszinierende Karstlandschaft, die uns sehr an das Steinerne Meer erinnerte, nur in kleiner. 😄 So spannend der neue Wegabschnitt auch wirkte, so anspruchsvoll und tückisch war er an anderer Stelle. Vor den Löchern, die sich immer wieder aus dem Nichts am Rand auftaten, sollte man sich in Acht nehmen, denn diese können problemlos mehrere Meter tief sein. Auch ist der Karstfels, über den die Markierungen meist direkt führten, prädestiniert für Knöchelbrüche. 😅
So ging es für DF und mich bestens markiert, sehr abwechslungsreich, aber nicht gerade schnell vorwärts. Kleinere Kletterpassagen, folgten auf unwegsame Stellen, die wiederum von glatten Platten oder interessanten Stufen abgelöst wurden. Die wenigen "normalen" Wegstücke kamen uns vor wie der Himmel auf Erden, dauerten jedoch selten länger als 500 m an. 😅 Bereits nach kurzer Zeit merkten wir, dass der Weg zäh wurde, aber noch war es hell und wir waren guter Dinge...
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| Der Weg bot einfach alles... |
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| ...und davon viel. 😅 |
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| Perfekte Knöchelbrecher-Strukturen. |
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| Da war doch tatsächlich kurz ein Pfad. 😅 |
Um 18:30 Uhr hatten wir den nächsten Wegweiser an der sogenannten "Umgäng" erreicht und glaubten unsere Augen kaum. Das Schild behauptete doch ernsthaft, dass wir bis zum Parkplatz immer noch zwei Stunden vor uns hatten! 😕 Dabei hatten wir von den angeblichen 2 1/2 Stunden laut dem Wegweiser unterhalb der Scharte bereits 1 1/2 Stunden gebraucht...😒 Wenn wir bis hierher schon das Dreifache der angeschriebenen Zeit gebraucht hatten, wie sollte dann bitte der Rest werden?! DF und mich beschlich das ungute Gefühl, dass wir noch mehr Arbeit vor uns haben würden, als erwartet...
Die Markierungen zweigten links weg und unserem Schicksal ergeben trotteten wir der rot-weißen Farbe nach. 😅 Als wäre das unwegsame Gelände nicht schon genug gewesen, kam nun tatsächlich noch ein Gegenanstieg. Alles in meinem Kopf schrie "Ich mag nicht mehr!". 😂 Und trotz der sengenden Hitze, die bisher im Alpeltal geherrscht hatte, waren die Stufen dieser leichten Kletterstelle noch nass. Also ging es mit der gewohnten Vorsicht hinauf zum nächsten Absatz.
Dort oben hatten wir einen fantastischen Ausblick auf die Abendsonne und den Nebel über dem Königssee. 😍 Und sogar ein paar Pfadspuren gab es hier für immerhin etwa 50 m, ehe das Knöchel-Brecher-Karst-Geholper weiter ging. 😅 Das Gelände war nicht unbedingt schwer, aber so holprig, dass man einfach nicht flüssig laufen konnte - und dann wurde es steil.
Es folgten sehr erdige und rutschige Passagen bei einer Neigung, die man nicht mehr als angenehm bezeichnen konnte. DF und ich waren weit davon entfernt überfordert zu sein, genervt traf es wohl eher. 😅So eierten wir im Schneckentempo den Hang hinab, während auf der anderen Seite von Schönau die Sonne hinter den Bergen versank. Das Farbenspiel war genial. 😊
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| An sich nicht weit, aber schnell ging hier gar nichts... |
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| Sonnenuntergänge haben auch was für sich. 😊 |
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| Ein Weg kann erahnt werden... |
Die steilsten Absätze waren schließlich geschafft und wir verzichteten auf eine Pause, da wir so lange wie möglich mit Tageslicht laufen wollten. Pfadspuren wechselten sich mit Geholper und steilem Schotter ab, während die Dämmerung über uns hereinbrach. Die Markierungen, die hier nicht mehr sooo häufig angebracht waren wie oben, wurden schwerer zu erkennen und schließlich mussten DF und ich die Stirnlampen herausholen.
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| So langsam dämmert uns... |
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| ...dass wir es nicht mehr im Hellen zum Auto schaffen werden. |
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| Zeit für Zusatzbeleuchtung. |
Wir befanden uns immer noch auf etwa 1.500 m und der Wald, der sich immer mehr um uns herum aufbaute, schluckte schließlich die letzten Lichtreste. Doch entgegen der Erwartung, dass das Gelände im Wald leichter werden würde, zeigte uns der Alpeltalsteig eine lange Nase. Es kamen tatsächlich noch kleinere Stufen zum Abklettern, ehe der Weg zweigte, um unterhalb der Felswand steil und rutschig in einem Schotterfeld hinab zu führen.
Um 20:30 Uhr kam das größte Highlight. Noch immer war der Weg nicht leicht, dafür standen wir oberhalb von einer Steilwand, an der es mindestens zehn Meter beinahe senkrecht hinab ging. Die Markierungen führten in einem raffinierten Zickzack durch die Schwächen der Wand, aber einen Rutscher brauchte man sich hier nicht erlauben. Soviel zu der Annahme, dass ab der Baumgrenze alles in Ordnung sein würde...😅
Es folgten ein paar steilere Schotterfelder und ein schmaler, drahtseilversicherter Pfad. Vielleicht war es gar nicht so schlimm, dass es inzwischen zappenduster war und wir den Abgrund auf der anderen Seite nicht sehen konnten. 😂
Erst ab etwa 21:00 Uhr wurde das Gelände zahmer und wir hatten einen richtigen Pfad, auf dem man normale Schritte machen konnte. Um 21:20 Uhr war es geschafft und wir erreichten fix und alle den Parkplatz. Wir hatten somit 2 1/4 Stunden länger gebraucht, als von den offiziellen Wegweisern angegeben. So eine heftige Abweichung war auch für uns ein Novum. 😅 Am Ende hatten wir damit durchaus anspruchsvolle 12,8 km und 1.670 Höhenmeter gemeistert. 😄
Ein kleiner Nachtrag zum Alpeltalsteig: Wir haben ein paar Tage später einen anderen Bergsteiger getroffen, der uns bestätigte, dass der Abstieg in den angegebenen Zeiten unmöglich zu schaffen war. 😉
Die Videos von DF findet ihr hier:
Fazit zur Tour:
Dafür dass die Tour eigentlich "nur" als Notoption von uns gewählt worden war, war es eine absolute Paradetour! 😍
Der Aufstieg zur Brettgabel ist bei weniger nassem Wetter sicher ein Genuss und keine Schlammschlacht, erfordert aber bereits den trittsicheren und erfahrenen Wanderer. Die Brettgabel selbst ist ein kleiner, schöner Gipfel, der fantastische Perspektiven bietet und auch das benachbarte Hohe Brett mit seinem riesigen Gipfelplateau ist definitiv einen Besuch wert. Der Übergang zum Hohen Göll ist mit gutem Grund ein schwarzer Wanderweg, aber gleichzeitig äußerst abwechslungsreich und spannend. Man sollte ihn aber nicht unterschätzen.
Der Hohe Göll selbst ist durch den Klettersteig in der Nähe leider ein wenig überlaufen, aber davon abgesehen hat er eines der schönsten Gipfelkreuze überhaupt und bietet ebenfalls ein Traum-Panorama. 😊
Der Alpeltalsteig ist im Aufstieg wahrscheinlich einfacher und weniger zäh. Die Karstlandschaft und auch die weitere Wegführung sind interessant, aber durchgängig fordernd. 😅
Für den versierten und ausdauernden Bergsteiger bietet das Göll-Massiv damit eine absolute Genuss-Tour. 😀
Bis zur nächsten Schandtat! 😉
Eure Katharina
































































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