Hi! 😄
Bereits bei zwei Touren hatte wir den Kleinkaiser als mögliche Ergänzung ins Auge gefasst oder den Einstieg zu diesem immerhin ausgekundschaftet. Auf den unscheinbaren Gipfel an der Fritz-Pflaum-Hütte führt kein offizieller Weg und in Internet und Fachliteratur gab es auch nur spärliche Informationen.
Dieses Mal wollten wir über das Kleine Törl auf die Nordseite des Wilden Kaisers gelangen und damit einen weiteren Lückenschluss erreichen. Vorab kann ich euch jetzt schon sagen: es lief nicht viel wie geplant. 😅
Das Wetter meinte es dieses Jahr etwas zu gut mit uns. Hatten wir im Sommer 2025 Jacke, Mütze und Handschuhe gebraucht, konnte die Bekleidung im Sommer 2026 nicht leicht und luftig genug sein. 😅 Da wir dieses Mal einen Großteil des Aufstiegs auf der Südseite vor uns hatten, starteten DF und ich in aller Frühe mit unseren Bikes an unserer Ferienwohnung in Going.
Bereits um 05:50 Uhr hatten wir den Wanderparkplatz Tannbichl erreicht, von wo sich der offizielle Radweg hinauf zur Oberen Regalm schlängelte. Bereits mit den Rädern erwarteten uns knappe 6 km und 550 Hm. Die KTM-Bikes ließen sich von keiner Steigung beeindrucken und meisterten selbst die zwei Fuhrten mit Bravour, obwohl wir die Klappräder mit dieser Strecke stark zweckentfremdeten. 😂
Um 07:00 Uhr erreichten wir die Obere Regalm auf 1.313 m und richteten oberhalb davon unser Rad-Depot an einem großen Felsen ein. Die freilaufenden Hühner der Alm fanden uns offenbar sehr spannend. Es hätte nur noch gefehlt, dass uns ein Huhn aufs Fahrrad hüpft. 😅
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| Kurz unterhalb der Alm - der östliche Wilde Kaiser ist einfach schön! 😍 |
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| Die Bewohner der Alm erwarten uns schon. 😃 |
Auf einem einfachen Weg ging es hinauf zum Baumgartenköpfl. Der Pfad war gut markiert und nicht ausgesetzt. Auf etwa 1.450 m lag am Wegrand ein großer Fels, auf den ein riesiger Pfeil gezeichnet war, der den Weiterweg zeigte. Laut Kartenprogramm sollte links davon ein weiterer kleiner Pfad hinauf führen. DF und ich fanden kaum erkennbare Trittspuren und standen kurz darauf mitten in einer steilen Kuhweide. Hier gab es zwar alte und verblasste Markierungen, aber auch einige Jungbullen, so dass wir es vorzogen nicht den Markierungen zu folgen und stattdessen direkt in der Steilwiese an den Rindern vorbei zum offiziellen Pfad aufzusteigen.
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| Rad-Depot, Wegweiser an der Regalm und DF geht voraus. |
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| Lieber dem Pfeil folgen... |
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| ...sonst steht man hier... |
Von diesem Weg war es nur noch ein Katzensprung auf das Baumgartenköpfl mit 1.572 m, das wir um 07:50 Uhr erreichten. Im Vorjahr hatten wir bei Nebel und Wind auf dem Aussichtsgipfel fast keine Aussicht gehabt (siehe Tour auf die Regalmwand). Umso schöner war es, dass uns nun ein traumhaftes Panorama erwartete. 😍
Wir folgten altbekannten Wegen vorbei an einer kleinen, windschiefen Schutzhütte. Laut dem Wegweiser oberhalb der Hütte sollte man ab hier 2 1/2 Stunden bis zum Kleinen Törl benötigen.
Um 08:05 Uhr passierten wir die Wilderer Kanzel auf 1.462 m und auch hier nahmen wir endlich die Aussicht mit, die uns im Vorjahr zwei Mal verwehrt geblieben war.
Wir verließen schließlich den Wilde-Kaiser-Steig und folgten dem bekannten Gildensteig auf einer begrünten Schulter hinauf in die Steilhänge des Gebirgsstocks. Auf etwa 1.900 m führte der immer mehr aufsteilende Pfad an die Felswände heran und es war an der Zeit die Helme aufzusetzen.
Der weitere Weg war uns bereits von unserer Tour zur Regalmwand bekannt, jedoch machte es einen großen Unterschied, ob man nur 20 m weit sehen konnte oder beste Weitsicht hatte. Die steilen Abbrüche hatte man im Vorjahr kaum erkennen können - war vielleicht auch besser so gewesen. 😅 Die erdige Rinne kurz vor dem Abzweiger zur Regalmwand war nach wie vor einfach eklig. Da hatte sich gar nichts verändert. 😂
Um 09:25 Uhr gingen wir unterhalb des Wegweisers zur Regalmwand vorbei und folgten dem Steig. Das Kleine Törl sah zum Greifen nahe und gleichzeitig vollkommen unmöglich zu erreichen aus. Das Gelände war so wild und steil, dass ich mir beim besten Willen nicht erklären konnte wie dort ein Weg hinauf führen sollte.
DF und ich querten in steilen Grasflanken und kletterten in angenehm leichtem Fels auf eine weitere Schulter hinauf, ehe der Weg einen scharfen Knick machte und direkt zum Kleinen Törl führte. Um 09:45 Uhr hatten wir die Scharte auf 2.102 m oder 2.106 m (da sind sich Kartenmaterial und Wegweiser uneins) erreicht. Die Wegführung bis hierhin war schon vollkommen verrückt gewesen. 😅
Der Abstieg auf die Nordseite war ein A/B-Klettersteig. Die ersten zwei Absätze, in dem durchaus steilen Steig, kamen DF und ich gut voran, ehe wir vor einem überraschenden Hindernis standen. 😅 Trotz des heißen Wetters und der eigentlich geringen Höhe lag exakt in der Abstiegsroute noch ein großes Schneefeld, unter dem auch das Stahlseil verschwand. Ja, okay, es war nordseitig, aber bei der andauernden Hitze hatten wir damit nicht gerechnet.
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| Nicht allzu schwer, aber durchaus steil! |
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| DF vor dem Schneefeld. |
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| Gaaanz unten am Rand des Schneefelds geht der Steig weiter... |
DF und ich sahen etwa zehn Meter unter uns ein neues Stahlseil am Ende der Schneereste. Aber zunächst mussten wir einen Weg dorthin finden. Direkt im Schnee wollten wir nicht absteigen, da es dafür definitiv zu steil war.
Wir stiegen eines kleines Stück auf und querten das Schneefeld an der schmalsten Stelle, um auf der anderen Seite in gestuftem, aber auch brüchigem und nassem Gelände abzusteigen. Schließlich befanden DF und ich uns auf mit Schotter übersäten Platten unterhalb des Schnees, die es zu queren galt. Bei guten Bedingungen wäre das kein großes Ding gewesen, aber durch den abschmelzenden Schnee war der Fels nass und extrem rutschig, während es direkt hinter uns fast senkrecht nach unten ging.
Wir waren sehr erleichtert, als wir nach dieser heiklen Querung die Markierung und das Stahlseil wieder erreichten. Die Klettersteigpassage hatte in diesem Abschnitt ein gut gewürztes "B" verdient, zumal in der schmalen Rinne direkt unterhalb des Seils, die eigentlich gute Tritte für die Füße bot, ein regelrechter Bach aus dem Schneefeld hinabfloss. Das erforderte nochmals volle Konzentration auf den nächsten Metern. 😅
Der weitere Abstiegsweg hatte zwar keine Drahtseilversicherungen mehr, dafür lagen kleinere Schneefelder mehrfach etwas ungeschickt über dem markierten Weg und zwangen uns zum Ausweichen. Mit so viel Knobelarbeit hatten wir beim Kleinen Törl nicht gerechnet. Der Schnee wurde schließlich von steilem Schotter abgelöst, auf dem es mühsam hinab bis auf 1.900 m ins Griesener Kar ging.
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| Rückblick nach oben.... |
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| Und steil geht es weiter hinab. |
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| Wir hatten so lange keinen Schotter mehr. 😂 |
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| DF auf den letzten Metern hinab. |
Gegen 11:00 Uhr hatten wir den Abzweiger zum weglosen Aufstieg erreicht. Das steile Schotterfeld sah alles andere als ansprechend aus. 😅 Mühsam stapften DF und ich auf der linken Seite des Schotters nach oben, bis wir kurz unterhalb der Rinne leichte Pfadspuren ausmachten. Ab hier hielt wirklich kein Rollsplitt auf dem anderen, denn den Untergrund als "Steine" zu bezeichnen, wäre zu viel der Ehre gewesen. 😕
In dem extrem steilen und rutschigen Gelände stiegen wir vorsichtig in die Rinne ein, um auf der rechten Seite über die steilen Schrofen aufzusteigen. Und genau hier merkten DF und ich, dass in den Schrofen kein Stein und keine Erdstufe stabil war. Ständig drohte ein Griff oder Tritt wegzubrechen und egal wohin man sich wandte, der Untergrund wurde nicht besser.
Da wir wussten, dass es im weiteren Verlauf noch eine ausgesetzte Querung und eine Kletterstelle im Steilgras geben sollte, entschieden wir uns nach wenigen Metern dazu abzubrechen. Denn selbst, wenn wir es an dieser Stelle geschafft hätten aufzusteigen, die Perspektive darauf, hier wieder runter zu müssen (der Kleinkaiser ist eine Sackgasse), war alles andere als beruhigend. Bereits das Zurückkommen in die Rinne und auf etwas festeren Boden seitlich davon, stellte eine anspruchsvolle Aufgabe dar.
Zurück stiegen wir nicht in dem steilen Schotterfeld ab, sondern hielten direkt auf das Kleine Törl zu. Das Gelände war hier deutlich felsiger und stabiler. Das schienen sich auch andere gedacht zu haben, da wir mehrere Steinmänner entdeckten, während wir zum Normalweg zurück gingen.
Im Aufstieg lief sich der untere Teil des Kleinen Törls deutlich besser, als im Abstieg und so dauerte es nicht allzu lange bis wir wieder vor dem Schneefeld standen. Die gleiche Umgehung wie beim Abstieg wollten wir nicht gehen und so wählten wir die Flucht nach vorne. DF stieg voraus und klopfte mit den Schuhen und den Händen Stufen in den Schnee, wobei er überraschend schnell und komfortabel voran kam. Es dauerte nicht lange, bis er an einem großen Felsen stand, den wir uns zuvor als Etappenziel auserkoren hatten. Von dort aus war es nur noch ein kurzes Stück zurück zum Drahtseil des Klettersteigs.
Dank der Stufen von DF kam ich noch leichter in dem Schneefeld hinauf und stand kurz darauf neben ihm am Drahtseil. Ein Blick zurück machte mir aber klar, dass ich dort nicht hätte absteigen wollen. 😅
Der weitere Rückweg bis zum Abzweiger hinter dem Baumgartenköpfl war genau der gleiche wie der Aufstiegsweg. Obwohl der Weg markiert war, erforderte das Gelände nach wie vor absolute Konzentration, denn es blieb stellenweise ziemlich ausgesetzt.
Um 14:25 Uhr waren wir zurück am Abzweiger oberhalb des Baumgartenköpfls und folgten dieses Mal dem offiziell ausgewiesenen Wanderweg in Richtung Regalm. Der Weg mochte vielleicht hundert Meter länger sein, war dafür aber um einiges komfortabler als die Wiese mit den Rindern. 😅 So kamen wir gut voran und hatten eine knappe halbe Stunde später bereits unsere Räder erreicht.
Die Obere Regalm hat nur an den Wochenenden geöffnet, stellt an allen anderen Tagen aber dankenswerterweise gekühlte Getränke in einem Kühlschrank zur Verfügung. DF und ich ließen uns die Chance auf einen kalten Almdudler nicht nehmen, der bei der Hitze förmlich verdunstete. 😁 Vielen Dank für den tollen Service, Obere Regalm! 😍
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| Die Garage mit Kühlschrank. |
Das Video von DF findet ihr hier:
Fazit zur Tour:
Den Weg bis zum Abzweiger der Regalmwand hatte ich euch ja bereits einmal vorgestellt und er ist aus gutem Grund ein schwarzer Wanderweg. Das gleiche gilt auch für den weiteren Verlauf bis zum Kleinen Törl.
Das Kleine Törl selbst ist eine spannende und sehr sehenswerte Scharte und ohne Schnee ist der Klettersteig auf der Nordseite sicher ein Genuss! 😀
Was den Kleinkaiser angeht, können DF und ich leider nicht viel sagen, außer dass bereits der Einstieg furchtbar brüchig und steil war. Wem dieses Russisch-Roulette-Gelände keine Probleme macht, der hat dort sicher seinen Spaß - für DF und mich war das Terrain zu heikel.
Leider gab es bei dieser Tour keinen Gipfel, dafür aber einen Lückenschluss mit dem Kleinen Törl. 😃 Und für den versierten Bergsteiger, der mit Trittsicherheit und Schwindelfreiheit aufwarten kann, ist bereits der Weg zu dieser coolen Scharte ein Erlebnis! 😎
Bis zur nächsten Schandtat! 😄
Eure Katharina










































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