Mittwoch, 19. März 2025

Stubaier-Überraschungs-Tour: Großer und Kleiner Trögler und Sulzenausee

Hi! 😄

DF und ich wollten es ausnahmsweise nicht übertreiben, um unsere Kräfte für die fehlenden Seven Summits Stubai aufzusparen. Durch die Föhnwinde war die Wetterlage insgesamt eher instabil, so dass wir aus Vorsicht lieber eine kürzere Tour planten.
Katharina beim Abstieg vom Kleinen Trögler mit der Blauen Lacke links der Bildmitte.
Mehr durch Zufall stolperte ich auf der Wanderkarte über den Großen und Kleinen Trögler, die man in Kombination mit dem Sulzenausee zu einem angenehmen Rundweg von 10,5 km und 1.100 Hm verknüpfen konnte. 😄 
Ob diese Runde was getaugt hat und ob uns das Wetter hold blieb? Seht selbst! 😉

Wir "mogelten" ein wenig und ließen uns von der Stubaier Gletscherbahn hinauf zur Dresdner Hütten auf 2.308 m tragen. Zum ersten Mal konnten wir die beeindruckende Hütte aus der Nähe und im Tageslicht betrachten. 😅 
Immer wieder schön hier. 😁

Die imposante Dresdner Hütte! 
Direkt neben der eigentlichen Hütte befand sich eine etwa mannshohe Nachbildung, die man sogar betreten konnte. Allerdings war von der Höhe alles eher für Kinder ausgelegt. 😂
Die Modellhütte - fast wie das Original. 
Nachdem wir uns im näheren Umfeld der Dresdner Hütte ausgiebig umgesehen und filmisch/fotografisch ausgetobt hatten, folgten wir den Wegweisern in Richtung Sulzenau Hütte. 
Nach wie vor das beste Schild im Stubai! 😂
Vorbei am Ortsschild Dresden ging der Weg über einige Platten und schließlich nach rechts über eine äußerst schmale Brücke, unter welcher der Fahrweg verlief. Dieser Abschnitt des Weges war stark frequentiert, da es sich um ein Teilstück des Stubaier Höhenwegs handelte und wir zeitgleich mit vielen Tourengehern an der Dresdner Hütte gestartet waren. 
Allzu breit sollte man für diese Brücke nicht sein! 😅
Auf gut markierten und stark ausgetrampelten Pfaden schwammen wir mit dem Strom, bis wir um 09:10 Uhr den Abzweiger zum Trögler erreichen, der "äußerst dezent" markiert war. 😁 Ab dieser Stelle blieben DF und ich lange Zeit vollkommen allein, da die meisten Bergsteiger dem Verlauf des Höhenwegs folgten.
Die ersten Meter im Aufstieg.

Wer da noch falsch abbiegt, ist selbst Schuld! 😂
In Geröll und grobem Blockwerk ging es für uns weiter. Auch hier waren die Markierungen top und war es praktisch unmöglich sich zu verlaufen. 😅 Der Pfad wurde mit der Zeit etwas abwechslungsreicher und führte durch Bergwiesen oder an größeren Geröllfeldern vorbei. Unter uns wurde die Dresdner Hütte immer kleiner und die Aussicht auf die Stubaier Gletscherbahnen immer gigantischer.
Der Panorama-Riesen-Steinmann mit Gletschern und Dresdner Hütte. 😍
Auf einem kleinen Plateau entdeckten wir schließlich eine Schafherde, die es sich hier oben gemütlich gemacht hatte. Wir folgten weiter den Markierungen und umwanderten ein grauenhaftes Schuttfeld unterhalb der Bleispitze. 
Die Schafherde und DF am Filmen. 😄

Der Pfad oberhalb des Geröllfelds.
Der Weg querte oberhalb des Schuttfeldes und ab diesem Zeitpunkt kamen DF und ich kaum noch voran, da jeder Schritt eine neue Perspektive auf das Zuckerhütl, den Sulzenauferner und die weiteren Gipfel der Umgebung eröffnete. Mit diesem Bilderbuch-Panorama hatten wir nicht gerechnet! 😍
Da ist es: das Zuckerhütl! 😎
Der Pfad führte wieder von der Scharte weg, die sich zwischen dem Großen Trögler und der Bleispitze befand. Hier fand sich auch die einzige seilversicherte Stelle im Aufstieg. Den Originalweg hatte offenbar ein Felsrutsch weggewaschen, so dass eine nigelnagelneue Umgehung gebaut worden war. Nach diesem kurzen Aufschwung war die Aussicht noch fantastischer. Kein Foto zu machen, wäre einem Verbrechen gleich gekommen! 😅
Steil, aber nicht schwer. 😃

Von links nach rechts: Wilder Pfaff, Zuckerhütl, Pfaffenkogel, Aperer Pfaff. 😊

Team Stoffel mit Panorama-Hintergrund! 😁

Unser improvisiertes Wanderstock-Dreibein-Stativ. 😂
Unschwierig ging es weiter, so dass wir um 11:05 Uhr den Gipfel des Großen Tröglers auf 2.902 m erreichten. Auf der Homepage des Stubaitals wird er zurecht als fantastischer Aussichtsberg beschrieben. DF und ich unterschreiben diese Aussage sofort! 😍 
Gipfelkreuz voraus! 

Was für eine Aussicht! 😍
Der Rundumblick auf den Hauptkamm der Stubaier Alpen, die tiefblauen Seen und ins Stubaital war absolut umwerfend. Die gewaltigen Föhnwolken, die sich von Süden bereits über die Berge schoben, machten uns auf der einen Seite eindeutig klar, dass das Wetter sich verschlechtern würde. Auf der anderen Seite boten sie einen einmaligen Anblick! 😄 
Maskottchen am Gipfelkreuz. 😄

Gewaltige Föhnwolken! 😶

Egal in welche Richtung: die Aussicht ist genial! 😍
Vielen Dank auch an das freundlichen Pärchen aus Calgary (Kanada), die ihren Kugelschreiber am Gipfelkreuz gelassen haben, da der alte Stift kaputt war und die so nett waren DF und mich am Gipfel zu fotografieren! Thanks a lot! 😊
Team Stoffel am Gipfel. 😄

Der Weiterweg zum Kleinen Trögler. 

Ein Rückblick kurz nach dem Gipfel. 😁
Um 11:25 Uhr machten wir uns an den Weiterweg. Das zweite Gipfelziel, der Kleine Trögler, schien bereits zum Greifen nahe. 😃 Der Weg dorthin führte zum Teil direkt am Grat oder seitlich davon entlang. Einige Stellen waren seilversichert, aber keinesfalls übermäßig schwierig. DF und ich würden es noch als "Renngelände" bezeichnen. 😂
Coole Wegführung! 
Keine zwanzig Minuten später standen wir bereits auf dem Gipfel des Kleinen Tröglers mit 2.885 m. Ein Gipfelkreuz gab es hier nicht, dafür zierte ein imposanter Steinmann diesen Berg.
Team Stoffel auf dem Kleinen Trögler. 
Ab hier hatten wir zum ersten Mal freie Sicht auf den Sulzenausee, an dem unser Rückweg uns vorbeiführen sollte. Im Vergleich zu den anderen Bergseen, die man hier oben zu Gesicht bekam, wirkte der Sulzenausee eher wie eine grautrübe Brühe. Das war jedoch vollkommen normal durch die Schwebteilchen des Gletscherwassers vom Sulzenauferner, welcher den See speiste. 
Ein erster Blick auf den Sulzenau-See. 
Ein paar Fotos später machten wir uns an den Weiterweg. Allzu viel trödeln durften wir nicht, da wir die Bahn ins Tal an der Dresdner Hütte erreichen wollten. 😅 Allerdings bremste das Panorama uns zwischendurch ziemlich aus! 😂 
DF auf dem Abstieg. 
Der markierte Wanderweg folgte dem Gratrücken ein ganzes Stück, ehe er nach rechts in die Bergflanke bog und uns dort in Serpentinen hinab führte. In diesem Teilstück gab es vermehrt Stahlseile, die aufgrund der Steilheit des Geländes durchaus ihre Berechtigung hatten und für uns erklärten, weshalb der Weg über die Trögler zur Sulzenau Hütte als schwarzer Wanderweg kategorisiert war. 
DF an einer der Drahtseilpassagen.

Durch Trittklammern gut entschärft. 😀
Um diese Passage jedoch als Klettersteig zu bezeichnen, fehlte eindeutig noch etwas. Die vielen Trittklammern und Seile erleichterten das Abstiegen auf dem erdigen, rutschigen Untergrund deutlich. Immer näher kamen wir an die Blaue Lacke, den wunderschönen See in der Nähe der Sulzenau-Hütte. Und obwohl der See bereits zum Greifen nahe wirkte, brauchten wir unsere Zeit hinunter in die Hochebene. 

Das Gelände flachte schließlich ab und auf großzügigen Trampelpfaden ging es für DF und mich weiter hinunter. Um 12:50 Uhr war es soweit und wir standen am Wegweiser, der den Abzweiger zum Trögler markierte. Da die Strecke zwischen Sulzenau-Hütte und dem Sulzenau-See ein Teil des Wilder Wasser Wegs war, hatte uns die Zivilisation zurück. Dieser Abschnitt war wieder sehr stark frequentiert. 😅
Stockvoll auf dem Weg. 😂

Verschmuste Ziegen. 😊

Denen geht es gut hier oben. 😄
Für DF und mich gab es an diesem Tag keinen Abstecher zur Hütte. Wir bogen direkt in die Hochebene und folgten dem Sulzenaubach. Allerdings erwarteten uns hier freche "Wegelagerer", die es sich mitten auf dem Weg bequem gemacht hatten. Diese Wallisischen Schwarzhalsziegen waren sowas von goldig - und viel weniger aggressiv als Wallisischen Schwarznasenschafe. 😍😅
Faszinierende Landschaft...

...wohin das Auge auch blickt. 😄
Ohne allzu große Steigungen führte der Weg weiter am Bach entlang. Die gesamte Hochebene umschlossen von den hohen Bergen war ein Bilderbuch-Motiv. 😎 Wir passierten eine Geländestufe, über die sich ein eindrucksvoller Wasserfall stürzte. DF hat alles gegeben, um ihn für euch gebührend einzufangen. 😉
Gigantische Wassermassen! 

Einfach nur beeindruckend! 
Für wenige hundert Meter war der Weg beinahe eben, ehe wir die nächste Stufe erklommen, während direkt neben uns der nächste Wasserfall hinab donnerte. Wer auf diese Naturspektakel steht, kommt hier definitiv auf seine Kosten. 😄
DF auf dem Weg zum nächsten Wasserfall. 

Und da ist er auch schon! 😄
Um 13:50 Uhr war es geschafft und wir standen am Ufer des riesigen Sulzenau-Sees auf etwa 2.530 m (die Angaben im Netz variieren zum Teil stark). Ein kleiner Steg führte links von diesem Weg in Richtung des Wilden Freigers und der Müllerhütte. DF und ich waren wieder mehr als ausgiebig mit Fotografieren und Filmen beschäftigt - der See und die Steilstufe mit den Wasserfällen, die sich aus dem Ferner hinabstürzten, waren ein einmaliger Anblick. 😍
Geschafft! 😎

Da unten geht es zur Müllerhütte. 

Der gigantische Sulzenau-See. 

Team Stoffel am Sulzenau-See! 😁
Etwa zwanzig Minuten später setzten wir unseren Weg fort zum nächsten und letzten Etappenziel, dem Peiljoch auf 2.672 m, das wir vom See bereits gut sehen konnten. 
Da müssen wir noch einmal hinauf. 
Über unschwierige, schottrige Pfade ging es für uns hinauf, bis wir schließlich den offiziellen Stubaier Höhenweg wieder erreichten. Das Gelände wurde wieder felsiger und an einigen Stellen mussten DF und ich nach dem richtigen Weg suchen, da Felsrutsche diesen Abschnitt wohl stark in Mitleidenschaft gezogen hatten.
Rückblick zur Blauen Lacke. 

Am nächsten Wegweiser. 

DF inspiziert den vermutlich künstlichen Gratrücken. 

Rückblick auf den Sulzenau-See und die großen Gipfel der Stubaier Alpen. 😊
Um 14:40 Uhr war es geschafft und wir standen im Peiljoch oder Beiljoch. Selbst beim Namen ist sich die Literatur nicht ganz einig. 😅 Dort oben erwartete uns eine wahre Steinmann-Armee. Auf über 100 m Wegstrecke waren links und rechts Steinhaufen von unterschiedlichster Form und Größe errichtet worden. Diese "Kunstwerke" ließen das gesamte Joch wie aus einer anderen Welt wirken. 😎
Joch erreicht - und die Steinmann-Armee wartet schon! 😁

Neben diesem Steinmann wirkte auch DF winzig. 😅

Rückblick auf die Kunstwerke. 
Bestens markiert ging es für DF und mich durch das grobe Blockwerk weiter. Hatten wir damit gerechnet, dass es holprig werden würde, wurden wir angenehm überrascht: auf einem Großteil der folgenden Strecke waren die Felsbrocken wie Treppenstufen angeordnet. Wir haben selten einen dermaßen luxuriösen Wanderweg in dieser Höhe gehabt! Viele Dank an das Wege-Team des Stubaier Höhenwegs, ihr seid klasse! 😃 
Ober-Mega-Luxus! 😄
So machten DF und ich ordentlich Strecke, doch mit abnehmenden Höhenmetern wurden auch die Felsen weniger und der Untergrund erdiger und rutschiger. 😅 Selbst eine kleine mit Stahlseil versicherte Passage erwartete uns noch, ehe wir um 15:15 Uhr wieder am Abzweiger standen, an dem wir vormittags in Richtung Trögler abgebogen waren. 😃
DF im Abstieg auf eher rutschiger Erde. 
Zurück ging es über den Aufstiegsweg vom Morgen und gegen 16:00 Uhr saßen DF und ich ganz entspannt in der Gletscherbahn, die uns zurück ins Tal beförderte. 😊
Da waren wir! Von links nach rechts: Kleiner Trögler, Großer Trögler, Beispitle und Peiljoch. 😃

Hier findet ihr die Videos von DF:


Fazit zur Tour:
Diese Tour war sicher eines der unerwartesten Highlights für das Bergjahr 2024! 😍 Ursprünglich war sie etwas "lustlos" als Lückenfüller geplant worden und am Ende waren DF und ich jede Minute restlos begeistert! 
Die Überschreitung der Trögler bot überragende Aussichten und Panoramen in mitten der großen Stubaier Gipfel, mit denen wir nie gerechnet hätten. Für den versierten Bergsteiger stellen die beiden Trögler kein Hindernis dar. Die Wege waren durchgängig gut und sehr abwechslungsreich. 
Auch der Abschnitt entlang des Sulzenaubachs bis hinauf zum Sulzenau-See war überragend. Man kann die Schönheit dieses Ortes gar nicht richtig in Worte fassen! 😍
Es war ausnahmsweise kein Gewaltmarsch, dafür eine wunderschöne und kurzweilige Bergtour mit Aussichten, die man nicht alle Tage bekommt! Wir können diese Runde bedenkenlos weiterempfehlen. 😎


Bis zur nächsten Schandtat! 😄

Eure Katharina 

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